31. Oktober 2008

„Opium War“ gewinnt in Rom

Kategorie: Festivals, Kino — Nic Knatterton @ 13:37

Zeitgeschichtlich und engagiert sind die Urteile beim diesjährigen Filmfest in Rom ausgefallen. „Opium War“ des afghanischen Regisseurs Siddiq Barman hat den „Goldenen Marc Aurel“ für den besten Film bekommen. Einstimmig kürte die Jury des Festivals den Film über die Erlebnisse zweier US-Soldaten, einem weißen und einem farbigen, die in den Mondblumenfeldern in Afghanistan eingesetzt werden.

Der Zuschauerpreis für den besten Film ging an „Resolution 819“. Die italienisch-französisch-polnische Koproduktion wurde von dem italienischen Regisseur Giacomo Battiato gedreht und spielt im Titel auf die UNO-Resolution, die die Sicherheit der Moslems in Srebrenica garantiert, an. Im Mittelpunkt des Films steht die Untersuchung eines Franzosen, der im Auftrag des Haager UNO-Kriegsverbrechertribunals nach Bosnien entsendet wird. Die Tötung von rund 8.000 Bosniaken in der früheren bosniakischen Enklave im Juli 1995 gilt als schwerstes Kriegsverbrechen auf europäischem Boden nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Italienerin Donatella Finocchiaro, die eine Hauptrolle im Film „Galantuomini“ des neapolitanischen Regisseurs Edoardo Winspeare spielt, wurde zur besten Schauspielerin gekürt, den Preis des besten Schauspielers erhielt der Ukrainer Bohdan Stupka, der im ukrainisch-polnischen Streifen „Serce na dloni“ des Polen Krzysztof Zanussi mitspielt.

30. Oktober 2008

Botero – Geboren in Medellin

Kategorie: Biopics, Kino — Nic Knatterton @ 12:09

Seine Bilder und Figuren tragen eine ganz eigene, unverkennbare Handschrift. Immer tummeln sich dicke, üppige Frauen und Männer mit viel zu kleinen Köpfen auf den Gemälden von Fernando Botero. Der kolumbianische Maler und Bildhauer hatte zwar zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn nicht sofort den von ihm erwünschten Erfolg, aber mittlerweile ist er in aus der europäischen Kunstszene nicht mehr weg zu denken. Jetzt hat Filmemacher Peter Schamoni, der schon mit Künstlerbiografien von Max Ernst, Niki de Saint Phalle und Friedensreich Hundertwasser erfolgreich war, auch Botero zum 75. Geburtstag ein filmisches Werk gewidmet.

Filmplakat Botero 
Foto: Concorde

Schamoni wirft einen Blick auf das Leben des Künstlers und seinen beruflichen Werdegang, den bewegten Weg aus ärmlichen Verhältnissen in Medellin, der einstigen Hochburg des kolumbianischen Drogenkartells, zur gefeierten Ikone eines ganz eigenen Stils. Schon mit zwölf Jahren begann Botero zu malen, mit 16 beteiligte er sich bereits an einer Ausstellung in seiner Heimatstadt. Der junge Künstler geht nach New York, kann sich jedoch gegen die damals herrschende Vormachtsstellung der abstrakten Malerei nicht durchsetzen. Nach neun Jahren hat er noch immer keine Galerie gefunden, die sich für seine figurative Malerei interessiert. Doch der Erfolg kommt - in Deutschland. Die Galerie Buchholz in München entdeckt und verkauft seine Bilder, fünf große Ausstellungen machen ihn bekannt. Nachdem er die Kunstszene Europas erobert hat, gelingt ihm auch in Amerika der Durchbruch und bald findet seine ausgefallene Ästhetik des Voluminösen zahlreiche Bewunderer auf der ganzen Welt.

Schamoni zeigt, dass sich hinter der auf den ersten Eindruck naiven Malerei ernste Themen verbergen, wie sie beispielsweise im Abu Ghraib Zyklus verarbeitet sind. Der Film begleitet den Künstler nicht nur in seine Skulpturen-Werkstatt in der Toskana, und in sein Pariser Maler-Atelier, auch in Kolumbien selbst wurde gedreht. Peter Schamoni, der Botero seit vierzig Jahren kennt, hat ein umfangreiches Künstlerportrait geschaffen, das ab 30.10 auch in den deutschen Kinos zu sehen ist.

29. Oktober 2008

“Ein Augenblick Freiheit” gewinnt Viennale

Kategorie: Festivals, Kino — Nic Knatterton @ 11:41

Der Exil-Iraner Arash T. Riahi hat in diesem Jahr das Rennen auf der 46. Viennale gemacht und den Wiener-Filmpreis gewonnen. “Ein Augenblick Freiheit” erzählt von drei kurdischen Flüchtlingsgruppen: Einem Ehepaar, zwei jungen Männern mit zwei Kindern und einem ungleichen, befreundeten Männerpaar, die aus dem Iran und dem Irak fliehen und in der Türkei auf die Bestätigung ihrer Asylanträge warten.
Der „Standard“-Publikumspreis ging an Azazel Jacobs „Momma’s Man“ (USA), und den FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik durfte der Portugiese Miguel Gomes für „Our Beloved Month Of August“ mit nach Hause nehmen.

Als Stargäste waren heuer Isabelle Huppert, Werner Schroeter, Arnaud Desplechin, Christian Petzold und Luc Dardenne anwesend und insgesamt 92.100 Zuschauer besuchten die Vorstellungen des Festivals.

28. Oktober 2008

Asia Filmfest

Kategorie: Festivals, Kino — Nic Knatterton @ 12:43

Freunde des Asia Kinos in München können sich freuen, denn das 5. Asia Filmfest steht vor der Tür. Was als kleines privates Filmexperiment begann, hat sich mittlerweile zum größten Filmfest seiner Art in Deutschland entwickelt und findet erstmals auch in Berlin und Hamburg statt.

Gezeigt werden über 50 neue Filme aus China, Hongkong, Japan, Südkorea, Thailand – vor allem aus den Bereichen Action, Fantasy und Thriller. Viele davon werden wohl nur hier auf großer Leinwand zu sehen sein. Zum Jubiläum gibt es ein großes Sonderprogramm mit einer Klassiker-Reihe, bei der z. B. der erste Godzilla-Film (Ishirô Honda), „A Chinese Ghost Story“ (Ching Siu-Tung) und „In th Realm of the senses“ (Nagisa Oshima) gezeigt werden.

Die Retrospektive ist dieses Jahr dem Großmeister des chinesischen Kinos Wong Kar Wai gewidmet. Das Asia Filmfest zeigt alle früheren, in Hongkong gedrehten Filme des Regisseurs, darunter die Deutschlandpremiere des restaurierten Wuxia-Klassikers „Ashes of time Redux“ (2008). Zu sehen sind außerdem preisgekrönte Werke wie „Happy together“ (1997, Goldene Palme in Cannes als Bester Regisseur), „In the mood for love“ (2000, César als Bester Ausländischer Film und Screen International Award des Europäischen Filmpreises), sein Debütfilm „As tears go by“ (1988) sowie „Days of being wild“ (1991), „Chunking Express” (1994), “Fallesn Angels” (1995) und „2046“, der ultimative Liebesfilm aus dem Jahr 2004.

27. Oktober 2008

Arturo Pérez-Reverte: La tabla de Flandes

Kategorie: Literatur — Dr. Marcuse @ 17:22

Nicht nur Schachspielern wird die Lektüre „La tabla de Flandes“ (Das Geheimnis der schwarzen Dame) von Arturo Pérez Revert Freude bereiten. Der Spanier hat mit „La tabla de Flandes“ einen äußerst spannenden und intelligenten Kriminalroman geschaffen, der sich des Schachmotivs bedient und aus diesem seine Dynamik entwickelt.

Die Protagonistin Julia, eine angesehene Restaurateurin, stößt bei ihrer Arbeit an einem alten Gemälde auf die geheimnisvolle Inschrift „Quis necavit equitem?“ (Wer hat den Ritter/ Springer getötet?), die eine Röntgenaufnahme zu Tage fördert. Das Bild des flämischen Meisters Pieter van Huys zeigt nämlich zwei adelige Männer, während einer Schachpartie, im Hintergrund steht eine schwarzgekleidete Frau. Diese Inschrift veranlasst Julia sich mit Hilfe von Alvaro, ihrem Ex-Freund und César mit den historischen Hintergründen der dargestellten Personen zu befassen. Bei den Nachforschungen rückt die auf dem Bild dargestellte Schachpartie immer mehr in den Fokus. Julia sucht sich Unterstützung bei einem genialen Schachspieler namens Muñoz, der ganz im Sherlock Holms Stil die Tatsachen analysiert, abwägt und dann logische seine Rückschlüsse zieht. So wie sich die Vermutung eines vergangenen Mordes einer der dargestellten Personen erhärtet, findet auch in der Gegenwart ein Mord statt. Alvaro wird tot aufgefunden. Als Julia schließlich auch noch kleine Kärtchen mit Schachspielzügen findet, wird klar, dass die Ereignisse der Vergangenheit und der Gegenwart in irgendeinem Zusammenhang stehen.
Wer zumindest rudimentär die Schachregeln kennt, wird bestimmt von dem Buch in Bann gezogen. Vor allem durch den intelligenten Gebrauch des Schachmotivs, schafft es Pérez-Reverte typische kriminalistische Effekte wie Spannungsaufbau, falsche Fährten und Doppeldeutigkeit der Spuren zu erzeugen. Das Schachmotiv dient aber auch als intertextuelles Instrument um auf Motive, Texte und Figuren aus den Bereichen der Geschichte, Literatur, Musik und der bildenden Kunst zu verweisen. „La Tabla de Flandes“ ist, auch wenn Kritiker den doch am Schluss etwas zu vorhersehbaren und konstruierten Plot bemängeln, ein postmoderner Krimi par excellence, der es schafft den Text selbst als ein Spiel aus Referenzen, Anspielungen und Zitaten zu lesen.

26. Oktober 2008

Let’s make money

Kategorie: Dokumentationen, Kino — Nic Knatterton @ 12:51

Passend zur katastrophalen Finanz- und Wirtschaftslage kommt ein neuer Dokumentarfilm in die Kinos, der sich mit der Frage beschäftigt, was mit unserem Geld, das wir zur Bank bringen oder in Pensionsfonds anlegen passiert. „Let’s Make Money“ nennt sich der neue Streifen von Erwin Wagenhofer, der bereits 2005 mit „We Feed the World“ die Machenschaften der globalen Nahrungsmittelindustrie aufdeckte. Jetzt geht es der Finanzbranche an den Kragen. Nach drei Jahren schwieriger Recherchen und heikler Dreharbeiten präsentiert der 47-jährige Wiener Filmemacher die verworrenen und langen Wege des Geldes.
Wie schon in seinem entlarvendem Film über die Schattenseiten der Nahrungsmittelindustrie, operiert Wagenhofer auch hier mit der gleiche Methode: Er macht Experten und Betroffene ausfindig, begleitet sie auf ihren Wegen und lässt sie erzählen. Da kann einem dann schon Mal übel werden, wenn man Aussagen wie “Im neoliberalen Zeitalter ist alles verkürzt auf die aktuelle Erzielung einer höchstmöglichen Rendite, koste es was es wolle!” oder “Eigentlich sind unsere Banken gar keine Banken mehr, sondern organisierte Spieler.”, hört.

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Der Film zeigt, was Ottonormalverbraucher schon immer vermutet hat, aber nicht wahrhaben wollte: Mit der Eröffnung eines Kontos, klinken wir uns in die weltweiten Finanzmärkte ein –gewollt oder nicht. Und dann führt uns Wagenhofer dorthin, wo das Geld auf Kosten von afrikanischen Bauern, spanischen Bauarbeitern oder indischen Arbeitern vermehrt wird. Denn diese Teile der Dritten Welt, die „Emerging Markets“ heißen sind renditestarke, steuerfreie Entwicklungsmärkte, die für die internationalen Kapitalströme wie geschaffen sind. In Deutschland wird „Let’s make money“ ab 30. Oktober für Furore in den Kinos sorgen.

25. Oktober 2008

Kandinsky – Absolut. Abstrakt

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 11:20

Wenn sich drei weltberühmte Museen daran machen eine Ausstellung zu organisieren, dann muss da auch was Besonderes rauskommen. Die heute eröffnete Schau im Münchner LenbachhausKandinsky – Absolut. Abstrakt” ist einmalig. Nach dem Motto zurück zu den Anfängen, startet die Retrospektive in München, wo Kandinsky viele Jahre seines Lebens verbracht hat und zusammen mit Franz Marc den Blauen Reiter gründete. Mit Unterstützung des Centre Pompidou Paris und des Guggenheim Museums New York können rund 90 Arbeiten Kandinskys unter Berücksichtigung aller wichtigen Schaffensphasen bestaunt werden. Aus Paris kommen Werke, die während der Russischen Revolution und seiner Zeit am Bauhaus in Weimar und Dessau bis 1933 entstanden sind. Das Spätwerk aus den Pariser Jahren 1933 bis zu seinem Tod 1944 stammt dagegen aus dem Guggenheim Museum New York. Die Bilder aus der Anfangsphase haben keine lange Anreise gehabt, denn die sind aus der Sammlung des Lenbachhaus selbst. Wunderbar lässt sich in der umfangreichen Retrospektive die Entwicklung des gebürtigen Russen von der gegenständlichen hin zur abstrakten Malerei verfolgen. Ergänzt wird das malerische Werk des Wegbereiters der Abstrakten Kunst durch die Ausstellung seines kompletten druckgrafischen Werks.

Nach München (25. Oktober 2008 – 22. Februar 2009) wandert die einmalige Exposition weiter nach Paris (April – August 2009) und schließlich nach New York (September 2009 – Januar 2010).

24. Oktober 2008

Lange Nacht der Museen

Kategorie: Kultur und Lifestyle Allgemein — Nic Knatterton @ 11:37

Wie viele Museen kann man in sieben Stunden besuchen? Wer das austesten will hat am Samstag dazu die Möglichkeit, denn da findet zum zehnten Mal die „Lange Nacht der Museen“ in München statt. An die 90 Museen öffnen dann von 19 Uhr bis spät in die Nacht ihre Pforten für die Besucher. Von der Malerei bis hin zur Fotografie, von der Bildhauerei über Architektur und Technik bis hin zur Wissenschaft, Videokunst und dem Design sind alle künstlerischen Spielarten vertreten. Neben laufenden Ausstellungen gibt es aber auch jede Menge Sonderprogramm und Attraktionen, sowie Konzerte, Filmvorführungen und Stadtführungen. Wie immer sorgen die Shuttlebusse für den Transport zum jeweiligen Museum. Auch wenn’s so gut wie unmöglich ist in den Genuss aller Angebote zu kommen, am besten man sucht sich einige persönliche Highlights raus, dann lohnen sich die 15 Euro für die Kultur Nacht allemal.

23. Oktober 2008

Bibliothek des Jahres

Kategorie: Kultur und Lifestyle Allgemein — Nic Knatterton @ 12:00

Wer in München studiert, kommt an ihr nicht vorbei. Die Rede ist von der Münchener Staatsbibliothek in der Ludwigstraße. Die StaBi, wie sie auch liebevoll genannt wird, ist die zweitgrößte Universalbibliothek im deutschen Sprachraum und versammelt rund neun Millionen Bände und rund 50.000 Zeitschriften in ihren Mauern. Darunter befinden sich auch wahre Kostbarkeiten wie mittelalterliche Handschriften des Nibelungenliedes und der Carmina Burana oder zwei Exemplare der Gutenberg-Bibel. Aber auch die die umfangreichste Handschriftensammlungen der Welt und die umfangreichste Sammlung von Wiegendrucken - gedruckten Schriften, die bis zum 31. Dezember 1500 hergestellt wurden- darf die Staatsbibliothek ihr Eigen nennen.

2008 feiert die Bayerische Staatsbibliothek nicht nur ihr 450-jähriges Bestehen, sondern auch den Titel Bibliothek des Jahres.

Gegründet wurde sie im Jahre 1558 von Herzog Albrecht V. als Hofbibliothek der Wittelsbacher und konnte schnell einen umfassenden Bestand aufbauen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Zuge der Säkularisation bekam die Bibliothek mit etwa 450.000 Bänden und 18.600 Handschriften einen enormen Zuwachs. Für weiteren Bücher-Segen sorgte Kurfürst Karl Theodor im Jahre 1804, als er die Kurpfälzische Hofbibliothek mit 100.000 Bänden von Mannheim nach München verlegte. Von 1832 bis 1843 baute Friedrich von Gärtner für den großen Bestand ein neues Haus an der Ludwigstraße, das im Inneren den prunkvollen Treppenaufgang besitzt. Während des zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude zu 85 Prozent zerstört. Der Wiederaufbau begann kurz nach Kriegsende und wurde erst 1970 abgeschlossen.

Anlässlich des Jubiläums gibt es Führungen die den Besuchern einen Einblick in den Magazinbereich, die Buchförderanlage und die Digitalisierungsstraße geben. Außerdem ist ab heute die Ausstellung „Ludwig I. und seine Hof- und Staatsbibliothek“ zu sehen.

22. Oktober 2008

Hofer Filmtage

Kategorie: Festivals, Kino — Nic Knatterton @ 11:50

Plakat HoferfilmtageAb heute schaut die deutsche Filmbranche nach Hof, wo seit 40 Jahren die Hofer Filmtage stattfinden. Initiiert wurde das Filmfest in der oberfränkische Stadt mit nicht mal 50.000 Einwohner von Heinz Badewitz, der bis zum heutigen Tag Festivalleiter ist. Für den deutschen Film sind die Hofer Filmtage zur Nachwuchsschmiede geworden, wo bereits Talente wie Werner Herzog, Sönke Wortmann oder Wim Wenders entdeckt wurden. Eröffnet wird das diesjährige Programm mit Caroline Links neustem Film „Im Winter ein Jahr“, einer tragischen Familiengeschichte mit Joseph Bierbichler, Karoline Herfurth und Corinna Harfouch. Insgesamt sind bis zum 26. Oktober rund 100 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme zu sehen. Zu den neuen deutschen Produktionen zählen auch Michael Kliers Film „Alter und Schönheit“, Christian Petzolds „Jerichow“ und Hans Christoph Blumenbergs „Warten auf Angelina“. Nach seinem viel beachteten Debüt „Ping Pong“, das bereits in Cannes zu sehen war, bringt Matthias Luthardt mit „Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf“ seinen zweiten Film mit nach Hof.

Auch der deutsche Dokumentarfilm ist dieses Jahr recht gut vertreten. Wichtigste Beiträge sind unter anderem „Flieger“ von Herbert Brödl, „Das Verschwinden der Zeit“ von Ina Borrmann und das Porträt „Achternbusch“ von Andi Niesser. Aber auch der europäische Film kommt in Hof nicht zu kurz. Aus Frankreich kommen in diesem Jahr sogar acht Filme. Olivier Assayas seinen neuen Film „L’heure d’été“ mit Juliette Binoche, Charles Berling und Jeremie Renier in den Hauptrollen. Mit „Rumba“ erzählt das Regie-Trio Dominique Abel, Fiona Gordon und Bruno Romy humorvoll von zwei Menschen, die lernen mit dem Unglück, das ihnen ständig widerfährt umzugehen.

Die Retrospektive ist in diesem Jahr der US-Regisseurin Allison Anders gewidmet, die 1992 mit ihrem Film „Gas, Food Lodging“. Mit Quentin Tarantino, Robert Rodriguez und Alexandre Rockwell drehte sie den Kompilationsfilm „Four Rooms“, arbeitete im Team von Wim Wenders bei „Paris Texas” und gehörte für vier Folgen zum Regie-Team der US-Serie “Sex in the City”.