22. Dezember 2008

Gulbransson: Porträt. Karikatur. Landschaft

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 17:34

Auch wenn die BayernLB finanziell in der Krise steckt, kulturell ist momentan in der Galerie einiges geboten. Seit 12. Dezember sind dort nämlich Werke des schwedische Künstler Olaf Gulbransson (1873-1958) ausgestellt, der fest mit Bayern verbunden ist. Neben den Leihgaben des Olaf-Gulbransson-Museums für Graphik und Karikatur in Tegernsee werden auch Werke aus Privatbesitz gezeigt, die der Öffentlichkeit nur selten zugänglich sind. Die Ausstellung gibt einen Einblick in das vielseitige OEuvre des Schweden. Dazu gehören seine in Öl gemalten Porträts, Landschaften und die großen Plakate, die er für Firmenwerbung, Theater und Faschingsfeste entworfen hatte. Internationale Bekanntheit erlangte er mit seinen Zeichnungen für die satirische Wochenzeitschrift Simplicissimus, bei der er 1902 als Karikaturist arbeitete. Gulbranssons Stil ist durch eine klare Linienführung bestimmt, die sich auf das Wesentliche konzentriert.

Dazu gehören die detailgetreuen Zeichnungen von Thomas Theodor Heine ebenso wie die romantisch ausgearbeiteten Karikaturen des Ferdinand von Reznicek, die collagenähnlichen Bilder von Karl Arnold oder die grafische Handschrift von Käthe Kollwitz und Heinrich Zille. Die Serie „Berühmte Zeitgenossen“ erschien von 1903-1913 im Simplicissimus in loser Folge und begann mit einer Porträtkarikatur des Malerfürsten Lenbach. Gulbranssons wurde dank seinem Talent die wichtigsten Charakterzüge des Porträtierten rasch zum Star. Die Landschaftsbilder dagegen sind eindeutig von seiner bayerischen Heimat am Tegernsee geprägt, die häufig  verschneite Berglandschaften und Panoramen zeigen. Abgerundet wird die Schau, die noch bis 1.März läuft,  mit Briefen und Erinnerungstücken.

gratis sms versenden

Diesen Artikel bookmarken!
  • MisterWong.DE
  • LinkArena
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Blogosphere News
  • Socialogs
  • blogmarks
  • Mixx
  • Technorati
  • Webnews.de
14. Dezember 2008

100 Meisterzeichnungen

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 12:37

Mit einer Auswahl der besten Zeichnungen vom Trecento bis ins 20. Jahrhundert gastiert The Morgan Library & Museum, New York  in der Pinakothek der Moderne. Genau 100 graphische Werke von insgesamt 12000 hat das renommierte amerikanische Museum nach München geschickt.

Den Anfang macht Giovanni Battista Piranesis, der auf die Moderne vorausweisende Venezianer, mit drei großformatigen Zeichnungen, darunter der Entwurf für eine venezianische Prunkgondel. Weitere Attraktionen bilden Blätter von Giovanni Battista und Gian Domenico Tiepolo sowie eine herrliche Zeichnung Francesco Guardis aus dem späten 18. Jahrhundert, die eine der letzten großen Regatten der Serenissima zeigt. Spanien trumpft mit satirischen Goya-Studien auf, Frankreich dagegen mit Werken von Cezanne, Renoir und Matisse.

Auch die anderen Schulen sind exzeptionell vertreten, wie etwa die flämische mit Peter Paul Rubens, Jacob Jordaens und Anthonys van Dyck oder die holländische mit Rembrandt und Jan Lievens, Adriaen van Ostade und Jacob van Ruisdael. Unter den frühen Deutschen finden sich Zeichnungen von Dürer und Cranach. Die Ausstellung läuft noch bis 1.3.09.

Diesen Artikel bookmarken!
  • MisterWong.DE
  • LinkArena
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Blogosphere News
  • Socialogs
  • blogmarks
  • Mixx
  • Technorati
  • Webnews.de
6. Dezember 2008

Karl Valentin. Filmpionier und Medienhandwerker

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 13:27

Nach Düsseldorf, Frankfurt am Main und Berlin ist das Deutsche Theatermuseum in München die letzte Station der vielbeachteten Karl Valentin-Ausstellung. Zahlreiche Original-Objekte aus dem Nachlass des Künstlers, der in der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln verwahrt wird, sind in dieser Ausstellung zu sehen.
Das Multitalent Valentin, der seine hagere Gestalt zur Kunstfigur machte, war schon zu Lebzeiten ein Phänomen. Nach seinem Tod 1948, hinterließ er ein umfangreiches Werk, darunter Monologe, Dialoge, Soloszenen, Einakter und zwei abendfüllende Bühnenstücke. Über 30 Valentin-Filme sind erhalten, ein Dutzend Titel ist bis heute verschollen.
Karl Valentins genreübergreifende, innovative Kreativität wurde schon von zeitgenössischen Theatermachern wie Bertolt Brecht und Erich Engel geschätzt. Seine groteske Bühnen-, Film- und Sprachwelt, sein experimentelles, komisches Spiel mit Medieneffekten wird in der Ausstellung mit über 300 Exponaten illustriert. Zu sehen sind Fotos, Original-Handschriften, Typoskripte, Briefe, Zeichnungen, Plakate, Lichtbilder, Schallplatten und Filme. In einem kleinen Kinoraum werden Szenen aus seinen Filme gezeigt.
Karl Valentin, der sich bereits 1912 in München ein Filmstudio eingerichtet hatte, unternahm früh medienübergreifende Experimente. So inszenierte er Vorführungen zu Stummfilmen, die er mit Toneffekten auf der Bühne untermalte oder Bühnenauftritte, für die er Filmprojektionen als Hintergrund verwendete oder Geräusche aus dem Off einspielte. An der Wende vom Stumm- zum Tonfilm erfand Valentin als Live-Geräusch-Performance hinter der Leinwand eines Münchener Kinos seinen ersten deutschen Tonfilm. Die Ausstellung ist noch bis 11. Januar 2009 zu sehen.

Diesen Artikel bookmarken!
  • MisterWong.DE
  • LinkArena
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Blogosphere News
  • Socialogs
  • blogmarks
  • Mixx
  • Technorati
  • Webnews.de
4. Dezember 2008

Franz von Stuck. Meisterwerke der Malerei

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 17:29

Anlässlich des 80. Todestages von Franz von Stuck zeigt das Museum Villa Stuck Meisterwerke des großen Künstlerfürsten. 54 Werke des Malers, der ein wichtiger Wegbereiter der Moderne war und einen großen Einfluss auf die Kunst seiner Zeit hatte sind ab 4. Dezember und noch bis zum 15. März 2009 in der prachtvollen Villa ausgestellt.

Die Werke, von denen einige noch nie öffentlich gezeigt wurden sind nach elf Themen aufgeteilt wie „Schönheit und Versuchung“ oder „Kampf ums Dasein“, die der Künstler sein ganzes Leben lang verfolgte. Stucks Bilder leben von seinen Figuren, die zum Großteil zeitgenössische Menschen vor biblischem oder antikem Hintergrund zeigen und verleihen ihnen somit eine allegorische Komponente. Titel wie „Die Sünde“, „Der Krieg“ oder „Die Sphinx“ verdeutlichen das.

Die Leihgaben für die Ausstellung kommen aus den ersten Häusern Europas, dem Musèe d’Orsay in Paris, der Eremitage in St. Petersburg, der Nationalgalerie in Sofia, dem Museum der Bildenden Künste in Budapest, dem Belvedere in Wien, dem Ca’ Pesaro in Venedig sowie aus Beständen privater Sammler in Europa und Amerika.

Diesen Artikel bookmarken!
  • MisterWong.DE
  • LinkArena
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Blogosphere News
  • Socialogs
  • blogmarks
  • Mixx
  • Technorati
  • Webnews.de
22. November 2008

Made in Munich

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 14:23

Klar, kann München mit Kunstmetropolen wie London, Paris oder New York nicht mithalten, aber dennoch mangelt es der bayerischen Landeshauptstadt nicht an kreativen Köpfen. Vor allem in den sechziger Jahren hat der Kunsthandel sich vor allem an der Isar entwickelt. Den Startschuss machte 1967 zwar die erste internationale Kunstmesse für moderne und zeitgenössische Kunst in Köln, animierte aber viele Galerien mit Editionen und Multiple günstige Kunst für Jedermann zu produzieren. Jetzt beleuchtet das Haus der Kunst in der Ausstellung „Made in Munich“ die Geschichte des Münchner Kunsthandels sowie die Münchner Avantgarde der 60er-Jahre bis zur Gegenwart.

So sind Fotografische Mappenwerke, Plattencover, Skulpturen, Videos, Tapeten und Einladungskarten zu sehen. Objekte, die in der Herausforderung zwischen Einzigartigkeit und Demokratisierung der Kunst entstanden. Über Editionen und Multiples, Messen, Versandhandel und Subskriptionen versuchten die Künstler auch an „Ottonormalverbraucher“ heranzukommen. Zu den bekannten Produzenten von Editionen wie Galerie Thomas, Galerie van de Loo und Galerie Heiner Friedrich kamen Mitte der 70er-Jahre Edition Schellmann & Klüser, Galerie + Edition Sigrid Friedrich und Sabine Knust sowie Galerie Fred Jahn dazu. Die Schau deckt jedoch auch die Leistung unbekannterer Produzenten wie edition x, Godula Buchholz und Dorothea Leonhart auf und verfolgt die Spur bis hin zur alternativen Kunstszene: Forum Galerie van de Loo, Aktionsraum, P.A.P. Kunstagentur Karlheinz & Renate Hein, Kunstraum, zehn neun und s press tonband verlag. Als Multiple gilt ein plastischer Gegenstand, den ein Künstler in mehreren gleichen Exemplaren anfertigt, wobei es ihm überlassen ist in welcher Auflagenzahl produziert wird. Die Ausstellung gibt einen sehenswerten Überblick über Arbeiten von internationalen wie deutschen Künstlern: u.a. von Georg Baselitz, Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Dan Flavin, Lucio Fontana, Richard Hamilton, Carsten Höller, Jeff Koons, Hermann Nitsch, Blinky Palermo, Gerhard Richter, Dieter Roth und Andy Warhol.

Diesen Artikel bookmarken!
  • MisterWong.DE
  • LinkArena
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Blogosphere News
  • Socialogs
  • blogmarks
  • Mixx
  • Technorati
  • Webnews.de
25. Oktober 2008

Kandinsky – Absolut. Abstrakt

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 11:20

Wenn sich drei weltberühmte Museen daran machen eine Ausstellung zu organisieren, dann muss da auch was Besonderes rauskommen. Die heute eröffnete Schau im Münchner LenbachhausKandinsky – Absolut. Abstrakt” ist einmalig. Nach dem Motto zurück zu den Anfängen, startet die Retrospektive in München, wo Kandinsky viele Jahre seines Lebens verbracht hat und zusammen mit Franz Marc den Blauen Reiter gründete. Mit Unterstützung des Centre Pompidou Paris und des Guggenheim Museums New York können rund 90 Arbeiten Kandinskys unter Berücksichtigung aller wichtigen Schaffensphasen bestaunt werden. Aus Paris kommen Werke, die während der Russischen Revolution und seiner Zeit am Bauhaus in Weimar und Dessau bis 1933 entstanden sind. Das Spätwerk aus den Pariser Jahren 1933 bis zu seinem Tod 1944 stammt dagegen aus dem Guggenheim Museum New York. Die Bilder aus der Anfangsphase haben keine lange Anreise gehabt, denn die sind aus der Sammlung des Lenbachhaus selbst. Wunderbar lässt sich in der umfangreichen Retrospektive die Entwicklung des gebürtigen Russen von der gegenständlichen hin zur abstrakten Malerei verfolgen. Ergänzt wird das malerische Werk des Wegbereiters der Abstrakten Kunst durch die Ausstellung seines kompletten druckgrafischen Werks.

Nach München (25. Oktober 2008 – 22. Februar 2009) wandert die einmalige Exposition weiter nach Paris (April – August 2009) und schließlich nach New York (September 2009 – Januar 2010).

Diesen Artikel bookmarken!
  • MisterWong.DE
  • LinkArena
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Blogosphere News
  • Socialogs
  • blogmarks
  • Mixx
  • Technorati
  • Webnews.de
19. Oktober 2008

Une semaine de bonté - Ein surrealistischer Roman

Kategorie: Ausstellungen — Dr. Marcuse @ 11:51

Späte Ehre für den Kölner Surrealisten Max Ernst, dessen Collageroman „Une semaine de bonté“ nun seit 1934 zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wird. Seit dem 19. September sind die Originalblätter des Sammelsuriums die sich mit den menschlichen Abgründen befassen in der Hamburger Kunsthalle zu sehen. Die Ausgangsmaterialien, die Max Ernst für seine Collagen verwendet, sind ausnahmslos Holzstiche illustrierter Populärromane, naturwissenschaftlicher Zeitschriften oder Verkaufskataloge des 19. Jahrhunderts, die er auf seine Reisen sammelte und durch geschickte Schnitt- und Klebetechnik motivisch umdeutete und dabei neue Zusammenhänge schuf. Die insgesamt fünf Hefte – alle nach einzelnen Wochentagen benannt – gehören zu den bekanntesten Dokumenten des Surrealismus. Der surrealistische Roman ist noch bis 11. Januar ausgestellt.

Diesen Artikel bookmarken!
  • MisterWong.DE
  • LinkArena
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Blogosphere News
  • Socialogs
  • blogmarks
  • Mixx
  • Technorati
  • Webnews.de
26. September 2008

Auf den Spuren des Geistigen. Traces du Sacré

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 11:49

Mit dem Thema Spiritualität in der Kunst beschäftigt sich die Ausstellung „Auf den Spuren des Geistigen“ in Münchner Haus der Kunst. Die Exposition vereint 200 Werke des 19. und 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, die das kontinuierliche künstlerische Interesse am Geistigen, an der menschlichen Erkenntnis und Empfindungsstruktur bezeugen. In 16 Kapiteln werden Themen verschiedener Epochen aufgefächert: Götterdämmerung; Synkretismus; Jenseits des Sichtbaren; Kosmische Offenbarungen; Absolutum; Homo novus; afrikanische Masken, Ritual, Trance; Ekstase; Profanierung; Homo homini lupus; Sakralkunst; Göttliche Ornamentik; Mythen und Schamanen; Doors of Perception; Zen; Epilog. Präsentiert werden Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Installationen und Videos von 120 Künstlern, darunter Joseph Beuys, Maurizio Cattelan, Paul Chan, Giorgio de Chirico, Marcel Duchamp, Caspar David Friedrich, Francisco de Goya, Damien Hirst, Ferdinand Hodler, Huang Yong Ping, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky, Martin Kippenberger, Paul Klee, Kasimir Malewitsch, Piet Mondrian, Edvard Munch, Bruce Nauman, Hermann Nitsch, Patti Smith und Paul Thek.

Der Beginn des 20. Jahrhunderts stand unter dem Eindruck einer Glaubenserschütterung. Nietzsches Aussage „Gott ist tot” (1881/1882) und die Behauptung Max Webers von der “Entzauberung der Welt” (1904) zeigen, wie stark sich das Verhältnis des Menschen zur Religion verändert hatte. Doch bedeutete dies nicht das Ende der Metaphysik in der Kunst; vielmehr sind von Wassily Kandinsky bis Francis Bacon, von Joseph Beuys bis Damien Hirst metaphysische Fragen von gleich bleibend hoher Bedeutung.

Francisco de Goyas Radierungszyklus Die Schrecken des Krieges (um 1819-1823) entstand unter dem Eindruck der Gräueltaten, die während der französischen Revolution verübt wurden. In der Radierung „Nada. Ello dirá“ hält ein Kadaver die Botschaft in der Hand, die er aus dem Jenseits sendet: Da ist nichts nada. Gott hat sich in diesen Werken unendlich weit zurückgezogen. Wenige Jahre später kreist Caspar David Friedrich mit Gemälden wie „Ruinen in der Abenddämmerung“ (um 1831) bereits um die Frage, wie das Geistige wieder zu finden sei, ohne auf eine biblische Vorstellungswelt zurückzugreifen. Wie auch andere Künstler der Romantik, sieht er die Antwort in einer von kosmischer Kraft aufgeladenen Natur. Die Ausstellung ist noch bis 11. Januar zu sehen.

Diesen Artikel bookmarken!
  • MisterWong.DE
  • LinkArena
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Blogosphere News
  • Socialogs
  • blogmarks
  • Mixx
  • Technorati
  • Webnews.de
19. September 2008

Kunst und Comic

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 12:21

Was haben Walt Disney Figuren mit europäischer Kunst zu tun? Dieser Frage geht ab heute die Ausstellung „Disneys wunderbare Welt und ihre Wurzeln in der europäischen Kunst“ in der Münchner Hypo Kunsthalle nach.
Jeder kennt die großen Klassiker des Zeichentrickfilms, wie „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ (1937), „Fantasia“ (1940) oder „Das Dschungelbuch“ (1967), doch weitgehend unbekannt ist die Tatsache, dass die Bilder dieser Filme in der europäischen Kunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurzeln. In der Gegenüberstellung von Originalzeichnungen, Malereien, Figurmodellen und Filmausschnitten des frühen Disney Studios (1928-1967) mit Gemälden und Skulpturen von Künstlern der deutschen Romantik, des französischen Symbolismus, der Viktorianischen Malerei und des Surrealismus zeigt die Ausstellung konkrete Verbindungen zwischen der populären und der hohen Kunst, zwischen Literatur und Film sowie zwischen der amerikanischen und europäischen Kultur.

Auf seiner Europareise 1935 erwarb Walt Disney über 350 illustrierte Bücher, neben Märchenbänden auch Klassiker der Literatur- und Kunstgeschichte. Künstler wie Albrecht Dürer, Pieter Breughel, Giovanni Piranesi, Honoré Daumier, Gustave Doré, Gustave Moreau, Victor Hugo, Arnold Böcklin, Franz von Stuck, Moritz von Schwind, Caspar David Friedrich und John Atkinson Grimshaw sind hierbei nur die bekanntesten Inspirationsquellen für seine Figuren. Zudem holte sich Disney europäische Zeichentalente an Bord, wie den Schweizer Albert Hurter, der Schwede Gustaf Tenggren oder der Däne Kay Nielsen.

Das Zusammenspiel zwischen Animation und Kunst zeigt ihren Höhepunkt im Kurzfilm „Destino“, der auf eine Zusammenarbeit von Walt Disney und Salvador Dalí zurückgeht. Der Film wurde erst 2003 fertig gestellt und ist im Rahmen der Ausstellung zu sehen.

Walt Disneys wunderbare Welt und ihre Wurzeln in der europäischen Kunst
19. September 2008 bis 25. Januar 2009
Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung

Diesen Artikel bookmarken!
  • MisterWong.DE
  • LinkArena
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Blogosphere News
  • Socialogs
  • blogmarks
  • Mixx
  • Technorati
  • Webnews.de
13. September 2008

Francis Bacon Retrospektive

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 09:20

Er gehört zweifellos mit zu den ganz großen Künstlern des 20. Jahrhunderts, der 1909 in Dublin geborene Francis Bacon. Seine Bilder erzielen auf Auktionen Rekordpreise und Prominente wie Roman Abramowitsch, die Tochter des Emirs von Katar oder Damien Hirst blättern für Bacons Werke zweistellige Millionenbeträge hin. Jetzt, ein Jahr vor seinem 100. Geburtstag, zeigt die Tate Britain noch bis 4. Januar eine umfangreiche Retrospektive, die alle Phasen des Meisters abdeckt. Die düstere Anfangszeit, die religiös inspirierten Werke ebenso wie die dem Surrealismus nahe stehenden. Zerstückelte oder deformierte Körper, sinnlose Gewalt und Kämpfe prägen viele Bilder des 1992 verstorbenen Künstlers.

Vielleicht malte er soviel Leid, weil sein Leben selbst davon bestimmt war. Bereits mit 16 von daheim verstoßen, weil seine Homosexualität für die Familie nicht tragbar war, ist Bacon völlig auf sich allein gestellt. Mit Prostitution und Diebstählen hält er sich über Wasser, bis er 1927 von seinem Vater zu seinem Onkel nach Berlin geschickt wird. Doch schon kurze Zeit später geht Bacon auf eigene Faust nach Paris, wo er als Innenarchitekt und Designer arbeitet und angeregt durch Picassos Arbeit, selbst anfängt zu malen. Zurück in London 1928 richtet er sich in Kensington ein Atelier ein und stellt in den folgenden Jahren auch regelmäßig aus.

In den 50ern gibt Bacon sein festes Atelier auf. Er besucht seine Familie, die nach dem Krieg nach Südafrika ausgewandert ist. Er lernt den ehemaligen Royal Air Force-Piloten Peter Lacy kennen, mit dem er eine lange Beziehung eingeht. 1954 vertritt Bacon sein Land auf der Biennale in Venedig, 1955 organisiert das Londoner Institut of Contemporary Arts die erste Retrospektive der Werke Bacons. Ausstellungen in New York, Paris und Italien folgen. Bacon besucht Peter Lacy in Tanger und lernt die Schriftsteller der Beat Generation kennen.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

1959 nimmt er an der 2. Documenta teil, 1960 bezieht er wieder ein festes Atelier in London. 1962 dann die große Retrospektive in der Tate Gallery – am Vorabend erfährt Bacon vom Alkohol und Drogen geschuldeten Tod seines Freundes Peter Lacy.

Die 60er sind das Jahrzehnt seiner größten Popularität. Erste Künstlermonografien erscheinen, eine Ausstellung folgt auf die nächste. Bacon lernt George Dyer kennen, den er immer wieder porträtieren wird, bis dieser 1971 an einer Überdosis stirbt. Bacon trifft den Fotografen Peter Beard, der durch seine Aufnahmen von verwesenden Elefanten berühmt geworden ist. Bacons neuer Beziehungspartner ist John Edwards, Modell vieler seiner Bilder. Anlässlich einer New Yorker Ausstellung seiner Werke lernt er Andy Warhol kennen. Bacon erwirbt eine Zweitwohnung in Paris. In den 70ern mehrere Ausstellungen in Europa, Mexiko, New York. Weitere Studien zu seinen Werken erscheinen. 1985 dann die zweite große Retrospektive in der Londoner Tate Gallery. 1988 erste Ausstellung in Moskau. 1990 zieht Bacon nach Madrid. Sein chronisches Asthma erzwingt Aufenthalte in einer Privatklinik. Am 28.4.1992 stirbt er dort an Herzversagen.

Diesen Artikel bookmarken!
  • MisterWong.DE
  • LinkArena
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Blogosphere News
  • Socialogs
  • blogmarks
  • Mixx
  • Technorati
  • Webnews.de