6. September 2008

Van Gogh in der Albertina

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 12:23

Sonnenblumen und Kornfelder, das sind die Markenzeichen von Vincent Van Gogh. Jetzt versucht die große Herbstausstellung der Albertina das Werk des Malers aus einer völlig neuen Perspektive zu präsentieren. “Gezeichnete Bilder”, heißt die Schau im Untertitel und soll die Verbindung zwischen Malerei und Grafik bei Van Gogh verdeutlichen. Zu sehen sind 50 Gemälde sowie 100 Aquarelle und Zeichnungen von mehr als 60 Leihgebern, und zeigen das Verhältnis zwischen Van Goghs neuer Farbgebung und seiner ausdrucksstarken Linienkunst.

Als Ausstellung der Superlative bezeichnen die Macher die Ausstellung und das mag vor allem in Sachen Sicherheitsvorkehrungen stimmen: Die Bilder wurden in Hochsicherheits-Behältnissen nach Wien gebracht, mit denen sie einen Brand mit Temperaturen von 1000 Grad und einen Sturz aus mehreren Metern Höhe unbeschadet überstehen können. Begleitet wurden sie von Sicherheitspersonal. Drei Milliarden Euro soll der Wert der von über 60 Leihgebern aus aller Welt stammenden 150 Werke betragen. Nie zuvor waren derartige Werte in einer einzigen Sonderausstellung in Österreich zu sehen. Für das Finanzieren allein der notwendigen Versicherungsprämien war ein eigenes Bundesgesetz notwendig, das die Regierung von Österreich im Schadensfall verantwortlich macht. Na hoffentlich passiert da nichts.

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29. August 2008

Mama Goethe

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 13:29

Catharina Elisabeth Goethe, Mutter des großen deutschen Dichterfürsten, war gar keine so fleißige und gewissenhafte Hausfrau, wie es ihr die Biografen nach ihrem Ableben andichteten. Das zumindest zeigt eine Ausstellung im Frankfurter Goethe-Haus zu ihrem 200. Todestag am 13. September 2008.

Die Ausstellung teilt sich in zwei Bereiche: einen, der der Chronologie ihres Lebens folgt, und einen, der sich mit dem Nachleben und der Rezeption beschäftigt. Catharina Elisabeth Textor wurde 1731 in Frankfurt am Main geboren. Mit 17 heiratete sie Johann Caspar Goethe, der bei der Trauung Ende 30 und damit ein Jahr älter war als ihre eigene Mutter. 1749 kam Catharinas erstgeborener Sohn Johann Wolfgang zur Welt. Auf ihn folgten sieben weitere Geburten in elf Jahren, von denen allerdings nur zwei überlebten.

Lange Zeit wurde Goethes Mutter „von der Nachwelt zum Ideal der deutschen Hausfrau stilisiert“, so Doris Hopp, Kuratorin des biografischen Teils der Ausstellung. „Doch das beruht auf dem Wunschdenken ihrer Biografen.“ Die Haushaltsbücher beweisen das Gegenteil: Catharina Elisabeth war eine Frau, die sich mit Finanzanlagen und Geldgeschäften auskannte, ja sogar eine Art privates Bankhaus betrieb. Der Haushalt hingegen war ihr lästig, und in der Küche fand sie sich nicht zurecht. Dafür war Mama Goethe eine begeisterte Musikerin, eine passionierte Leserin und Theaterbesucherin, vor allem aber eine begnadete Erzählerin.

Die Ausstellung „Catharina Elisabeth Goethe“ ist vom 28. August bis 31. Dezember 2008 im Frankfurter Goethe-Haus & Museum zu sehen.

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19. August 2008

„Drehmomente“: Filme von Dieter Roth

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 11:00

Anlässlich des 10-jährigen Todestages erinnert das Sprengel Museum in Hannover mit der Ausstellung “Drehmoment” an den Schweizer Künstler Dieter Roth. Dieter Roth war ein wahres Multitalent. Er arbeitete als Maler, Zeichner, Plastiker und Designer, schrieb Gedichte, komponierte Musik und machte Filme, verlegte Bücher, überraschte als Installationskünstler, Lehrer und Kurator eigener Ausstellungen.

In der Ausstellung allerdings stehen jene experimentellen Filme, die Roth während der 1950er und 1960er Jahre in Reykjavík und Kopenhagen schuf: Pop 1, Dock 1 + 2, Letter und Dot. Ihre ungewöhnliche Ästhetik entfaltet sich im Zusammenspiel von Bewegung und Licht, in Wortspielen und durch die konkrete Bearbeitung des Filmmaterials. Für Dot beispielsweise stanzte Roth mithilfe einer einfachen Lederzange Löcher direkt in den Filmstreifen. Mit schnellen Bildwechseln oder Doppelbelichtungen provoziert Roth so das Auge des Betrachters.

Den Filmen werden Arbeiten des Künstlers aus den 1950er bis 1970er Jahren gegenübergestellt, u. a. kinetische Objekte und Materialbilder, die ebenfalls optische Irritationseffekte hervorrufen. Auf diese Weise zeigen sich konzeptuelle, ästhetische und formale Beziehungen zwischen Film und bildnerischem Werk wie auch die konsequente Weiterführung der Idee, virtuelle Bewegung im Bild darzustellen. Die Ausstellung läuft noch bis 05. Oktober 2008.

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13. August 2008

Die Secession in der Villa Stuck

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 11:47

Anlässlich der 850-Jahr-Feier der Landeshauptstadt München zeigt das Museum Villa Stuck vom 5. Juni bis 14. September 2008 das bisher umfangreichste Ausstellungsprojekt zur Münchner Secession. Mehr als 100 Gemälde und zahlreiche Statuetten veranschaulichen im die Vielfalt der Münchner Künstlervereinigung: Die Gründungsmitglieder, unter ihnen Bruno Piglhein, Hugo von Habermann, Fritz von Uhde und Franz von Stuck schlossen sich 1892 aus Protest gegen die eingeengte und konservative Kunstauffassung der damaligen Zeit zusammen, um neue künstlerische Wege zu gehen.

Den Auftakt bilden ausgewählte Werke der ersten Secessionsausstellung sowie eine Vielzahl an Gemälden, die die Mannigfaltigkeit der verschiedenen Stile innerhalb der Secessionsgruppe verdeutlichen. Verbindend war der Wunsch der Secessionisten nach neuen Strukturen und Inhalten: Ausläufer der Gründerzeit und impressionistische Tendenzen bis hin zu Spielarten des Jugendstils finden sich in den Bildern. Ein weiterer Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit dem Prä-Symbolismus und Symbolismus, darunter Werke von Thomas Theodor Heine, Gabriel Max oder Fernand Khnopff. Zudem wird der Frage nach der Beeinflussung der Secessionisten durch Künstlerbewegungen aus dem Ausland nachgegangen. So prägten etwa die „Glasgow Boys“, die „Haager Schule“ und Künstler der „École de Barbizon“ durch ihre Präsenz in München die Bestrebungen der Secession nachhaltig, ein neues, international ausgerichtetes Klima für die Kunst zu schaffen.

Den idealen Rahmen für die Ausstellung bildet die Villa Stuck, vom Münchner Künstlerfürsten Franz von Stuck ausgestattet, die nach ihrer Renovierung seit 2005 wieder der Öffentlichkeit zugänglich ist.

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8. August 2008

Alexander Rodtschenko & Man Ray

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 13:40

Zurzeit sind ein russischer und ein amerikanischer Fotokünstler zu Gast im Berliner Martin-Gropius-Bau. Die Doppelausstellung zeigt Werke des Konstruktivisten Alexander Rodtschenko und des Surrealisten Man Ray. Gekannt haben sich die beiden zwar nicht, aber gewisse Gemeinsamkeiten zwischen den beiden gibt es doch, wie die russischen Abstammung Man Rays oder beider Freundschaft zu dem Avantgarde-Poeten Wladimir Majakowski. Aber auch in der Fotografie lassen sich Verbindungen herstellen: beide versuchten auf ihre Weise das Sujet zu verfremden, was in Verfahrensweisen wie der Collage, Montage und Typografie zum Ausdruck kommt.

Bei Alexander Rodtschenko vollzieht sich der radikale Bruch mit der Kunstfotografie der Jahrhundertwende in der Forderung der „Revolutionierung des fotografischen Blicks“. Er hält die Motive in extremen Aufsichten und Untersichten fest, in Diagonalen, Anschnitten und Details. Für das damalige herrschende Sehempfinden war dies ein ungewöhnliches Verfahren.

Man Ray dagegen bleibt den surrealistischen Forderungen treu und wandelt auf den Spuren des Unbewussten und der Zufallsmontagen, wobei das Ziel, die bürgerliche Moral vor den Kopf zu stoßen, nicht verfehlt wird.

Im Gegensatz zu Alexander Rodtschenko, starb Man Ray als berühmte Ikone der westlichen Fotografiemoderne, während Rodtschenko erst nach der Auflösung der Sowjetunion wiederentdeckt wurde. Rund 350 Arbeiten von Rodtschenko und noch einmal 300 von Man Ray sind im Martin-Gropius Bau noch bis zum 18. August zu sehen.

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30. Juli 2008

“After Nature” im New Museum in New York

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 14:49

26 Künstler präsentieren derzeit ihre ganz eigene Vision der Apokalypse in der Ausstellung „After Nature“ im New Museum in New York. Über 90 Werke von Malern, Videokünstlern und Schriftstellern sind hier versammelt und beschwören gar dunkle Zukunftsbilder. Egal ob durch unsichtbare Kräfte, Umweltzerstörung oder Krieg die Menschheit ist unwiederbringlich dem Untergang geweiht.

Inspiriert wurde der Kurator Massimiliano Gioni, wie er sagt, von zwei Deutschen: dem Schriftsteller W.G. Sebald und dem Regisseur Werner Herzog. Von Sebalds Buch „Nach der Natur“ stammt der Titel der Ausstellung. Werner Herzogs Film „Lektionen der Finsternis“ über die brennenden Ölfelder in Kuwait nach dem ersten Golfkrieg bildet ein Kernstück von „After Nature“.

Werke von lebenden Künstlern wie Maurizio Cattelan oder Artur Zmijewski sind hier ebenso ausgestellt wie auch von den bereits verstorbenen wie Eugene Von Bruenchenhein oder August Strindberg.

Die Ausstellung läuft noch bis 21. September 2008

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19. Juli 2008

Female Trouble

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 12:00

Den Versuch weibliche Klischees und Stereotypen über Bord zu werfen, unternimmt aktuell die FotoausstellungFemale Trouble“ in der Münchner Pinakothek der Moderne. Sie versammelt fotografische Arbeiten von Künstlerinnen aus den vergangenen 150 Jahren, die sich mit dem Bild des Weiblichen und seiner Konstruiertheit beschäftigen. Im Fokus stehen zeitgenössische Künstlerinnen wie Cindy Sherman, Sarah Lucas und Pipilotti Rist, die mit Hilfe von Fotografie und Videokunst das Bild des Weiblichen untersuchen, es dekonstruieren und neu bestimmen. Zugleich aber spannt die Ausstellung den Bogen ins 19. und frühe 20. Jahrhundert, wo Frauen wie die Gräfin Castiglione oder die Künstlerinnen Claude Cahun und Florence Henri die Fotografie als Mittel der (Selbst)Inszenierung und -befragung entdeckt haben. Durch die Erfindung der Fotografie vor 170 Jahren hatten die vom Kunstbetrieb ausgeschlossenen Frauen endlich eine eigene Möglichkeit sich künstlerisch zu betätigen. Die Ausstellung folgt dem Wandel der Weiblichkeit anhand von Fotografie und Videokunst auf eine humorvolle, ironische und provozierende Art und Weise, die zeigt, was die Frauen bis heute erreicht haben.

Female Trouble. Fotografien.
18. Juli bis 26.Oktober
Pinakothek der Moderne

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14. Juli 2008

Dalí: Painting and Film

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 11:51

Salvador Dalí, der selbsternannte König des Surrealismus, war in fast allen künstlerischen Bereichen aktiv. Auch das Medium Film fehlte bei ihm nicht, ganz im Gegenteil, er beschäftigte sich sogar bis kurz vor seinem Tod mit den bewegten Bildern. Seine filmkünstlerische Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Luis Buñuel oder Alfred Hitchcock ist legendär. Die Ausstellung „Dalí: Painting and Film“ im New Yorker Museum of Modern Art ist die erste Ausstellung, die die enge Verbindung zwischen der Malerei und den Filmen des katalanischen Künstlers untersucht.

Das zusammengetragene Material kann sich sehen lassen: hundertsiebzig Exponate, darunter Bilder und Zeichnungen, Storyboards und Original-Setdesigns, Briefe und natürlich Filme, von denen einige Teil der Schau selber bilden oder als Begleitprogramm laufen.
Am bekanntesten sind die surrealistischen Filmklassikern „Un chien andalou“ und „L’âge d’or“, die Dalí zusammen mit Luis Buñuel 1929 und 1930 realisierte. Für Alfred Hitchcock entwarf er fünfzehn Jahre später die berühmte Traumsequenz in dem Thriller „Spellbound. Auch Projekte, die es nicht auf die Leinwand schafften, wie mit den Marx Brothers, Fritz Lang und Walt Disney sind in der Ausstellung dokumentiert.

Die Ausstellung läuft noch bis 15. September 2008

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1. Juli 2008

Kafkas Welt

Kategorie: Ausstellungen — Nic Knatterton @ 17:38
Wer meint über Franz Kafka sei schon alles geschrieben und sein Leben en detaille rekonstruiert, der hat sich getäuscht. Die FotoausstellungKafkas Welt“ im Münchner Literaturhaus bietet einige neue Einblicke in den Alltag des Prager Schriftstellers. Der Germanist Hartmut Binder hat in langer Recherche an die 150 Fotos zusammengetragen, die dem gängigen Bild vom Ausnahmeliteraten so gar nicht entsprechen. Hier bekommt man einen lebensfrohen Menschen, der gerne reiste, von schönen Frauen umringt war, gerne ins Kino ging, in Kaffeehäusern saß und in der Moldau schwamm, präsentiert.
Franz KafkaEin wiederentdecktes Fernsehinterview seines Freundes Max Brodt  aus dem Jahre1967 unterstreicht das Ganze noch. Hier wird von nächtlichen  Spaziergängen und  wilden Zusammenkünften berichtet und Alice Herz-Sommer, die letzte, heute noch   lebende Freundin Kafkas, bescheinigt dem Literaten eine große Anziehung auf Frauen.

Wer also seine Meinung über den angeblich so depressiven und verzweifelten Ausnahmeschriftsteller revidieren will, der kann die Ausstellung im Literaturhaus noch bis 3. August besuchen.

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