7. Dezember 2008

„Gomorrha“ erhält europäischen Filmpreis

Kategorie: Europäischer Film, Kino — Nic Knatterton @ 17:26

Bei den Europäischen Filmpreisen in Kopenhagen hat „Gomorrha“, die gleichnamige Verfilmung des Buches von Roberto Saviano so richtig abgesahnt. Der Regisseur Matteo Garrone nahm nicht nur den Hauptpreis für den besten europäischen Film entgegen, sondern auch für das Drehbuch und die Kamera. Zudem wurde Toni Servillo als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Dieser Preisregen dürfte auch die Chancen auf den Oscar als bester fremdsprachiger Film deutliche erhöhen.

Aus Sicherheitsgründen durfte der Autor der Romanvorlage nicht am Europäischen Filmfestival teilnehmen, da er von der Mafia mit dem Tode bedroht wird. Die weiteren fünf Drehbuchautoren und der Kameramann bei „Gomorrha“, Marco Onorato, konnten auch jeweils einen Europäischen Filmpreis in Empfang nehmen.

Der einzige deutsche Preisträger in diesem Jahr war Max Richter, der für seine Musik zum Film „Waltz with Bashir“ von Ari Folman prämiert wurde. Als beste Schauspielerin wurde Kristin Scott Thomas für ihre Hauptrolle im französischen Film „So viele Jahre liebe ich Dich“ („Il y a longtemps que je táime“) geehrt. Der Publikumspreis ging dan „Harry Potter und der Orden des Phönix“.

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28. August 2008

„Couscous mit Fisch“

Kategorie: Europäischer Film, Kino — Nic Knatterton @ 13:48

Couscous mit Fisch“ („La Graine et le mulet“) heißt das neuste Werk vom tunesischen Regisseur Abedellatif Kechiche. Der Überraschungssieger bei den “Césars” in diesem Jahr und in Frankreich mit über einer Million Zuschauern überaus erfolgreich, erzählt von einer Einwandererfamilie in Frankreich.

 Slimane Beiji ist ein Hafenarbeiter in den Sechzigern im südfranzösischen Sète. Seine Arbeit wird von Tag zu Tag anstrengender, der Verdienst immer geringer. Wenn auch von seiner Frau geschieden, bleibt Slimane in der Nähe seiner Familie, trotz aller Probleme und Streitigkeiten, die immer wieder erneut ausbrechen. Verschärft wird seine Situation durch finanzielle Sorgen und das zunehmende Gefühl der Nutzlosigkeit.

 
Foto: Arsenal Filmverleih

All dem stellt Slimane seinen Traum entgegen: die Eröffnung eines eigenen auf Couscous und Fisch spezialisierten Restaurants. Dieses Projekt vereint trotz der finanziellen Schwierigkeiten und Probleme nach und nach die gesamte Familie und wird zum Symbol für ein besseres Leben. Dank des optimistischen Pragmatismus und des Einsatzes aller nimmt der Traum allmählich Gestalt an … wenn auch etwas anders als erhofft.

Ein netter und warmherziger Film der von Liebe, Eifersucht, Respekt und Lebensträumen der maghrebinischen Einwanderer in Frankreich handelt.

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9. Juli 2008

Filmklassiker: “Un chien andalou”

Kategorie: Europäischer Film, Kino — Nic Knatterton @ 10:35

Schon zu Zeiten, als der Hollywoodfilm noch Kinderschuhe trug, wurde im europäischen Kino auf Effekthascherei gesetzt. Allen voran die Surrealisten, die sich ganz der Provokation und dem Schockieren verschrieben haben. Der bekannteste surrealistische Film ist “Un chien andalou” (Ein andalusischer Hund, 1929) unter der Leitung von Salvador Dalí und Luis Buñel entstanden. Wer sich für Filmgeschichte interessiert, der sollte sich den Streifen unbedingt zu Gemüte führen. Zwar ist “Un chien andalou” an Handlung etwas rar, aber vom ästhetischen Standpunkt aus betrachtet ein wahres Meisterwerk des Avantgarde Kinos.

Ganz den Forderungen des Surrealismus gehorchend, das Unbewusste zu Tage zu fördern, protokollierten die beiden Freunde ihre Träume und verwendeten dann jene Bilder, die keiner von ihnen verstand. Heraus kam ein 17 Minuten langer Stummfilm, in dem sich die Sequenzen ohne immanente Logik aneinanderreihen und lediglich eine Assoziationskette ergeben.

Inbegriff der surrealistischen Shockmontage ist das, in Analogie zueinander gesetzte Bild einer Rasierklinge, die das Auge eines Mädchens durchtrennt und die Wolke, die am nächtlichen Vollmond vorbeizieht.


© http://www.eoran.com/unchienandalou/espanol/index.php

Im Drehbuch hört sich das folgendermaßen an:

„Ein Balkon in der Nacht. Ein Mann schärft sein Rasiermesser nahe am Balkon. Der Mann betrachtet den Himmel durch die Scheiben und sieht… eine schmale Wolke, die auf den Vollmond zutreibt. Dann: der Kopf eines jungen Mädchens mit weitgeöffneten Augen. Dem einen Auge nähert sich die Klinge des Rasiermessers. Jetzt zieht die schmale Wolke vor dem Mond vorbei. Die Klinge des Rasiermessers zerschneidet das Auge des jungen Mädchens.“

Für die heutigen Verhältnisse mag das Herausquillen der Augenmasse (für die Szene wurde ein Tierauge genommen) nicht mehr den Schockeffekt erzeugen wie damals, aber die Bildschnitte und die Montagetechnik sind für damalige Zeiten revolutionär. Den ganzen Film kann man auf http://www.eoran.com/unchienandalou/espanol/index.php?id=telechargement sehen, vorzugsweise auf einem Beamer.

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