20. Oktober 2008

Großes Kino in Rom

Kategorie: Festivals, Kino — Nic Knatterton @ 11:47

In Rom stehen alle Zeichen auf Glanz und Glamour, denn am 22. Oktober findet zum dritten Mal das Internationale Filmfest in der italienischen Kapitale statt. Und obwohl sich die Macher, im Gegensatz zu den letzten zwei Jahren, mehr dem Zelluloid aus der Heimat verschrieben haben, herrscht Hollywood-Alarm in Rom. Gleich zum Auftakt wird Hollywood-Urgestein Al Pacino erwartet, der nach dem Screening von „Chinese Coffe“ erstmal den „Goldenen Marc Aurel“ für sein Lebenswerk entgegen nehmen darf. In dem Film, nach dem gleichnamigen Theaterstück von Ira Lewis, verkörpert Pacino nicht nur die Hauptfigur des brotlosen Schriftstellers Harry Levine, sondern hat auch höchst persönlich Regie geführt. Aber auch andere Hollywood-Größen wie Sean Penn mit “Into the Wild“, Francis Ford Coppola mit „Youth Without Youth“ oder Cate Blanchett mit “Elizabeth” werden voraussichtlich auf dem roten Teppich auflaufen, deren Film allerdings außer Konkurrenz laufen.

Für Italien gehen gleich fünf Beiträge in den Wettbewerb um den „Goldenen Marc Aurel“. Bester Anwärter mit Sicherheit „L’uomo che ama“ (Der Mann, der liebt) von Maria Sole Tognazzi mit Monica Bellucci in der Hauptrolle. Als einziger deutscher Film darf sich Connie Walthers „Schattenwelt“, der die Geschichte eines ehemaligen RAF-Mitglieds erzählt, Hoffnung machen, der „Baader-Meinhoff-Komplex“ von Uli Edel läuft außer Konkurrenz.

Mit Spannung wir auch die Weltpremiere von „8“ erwartet, der im Auftrag der UN über die Armut in der Welt gedreht wurde. Die acht Regisseure aus acht Ländern der Welt - darunter Jane Campion, Gael Garcia Bernal, Mira Nair, und Wim Wenders - werden zur Premiere und anschließenden Diskussion mit dem Publikum erwartet.

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17. Oktober 2008

Viennale 08

Kategorie: Festivals, Kino — Nic Knatterton @ 12:02

Viennale 08Nach Berlin, Locarno und Venedig ist jetzt Wien mit seinem eigenen Filmfest an der Reihe. Vom 17.- bis zum 29. Oktober werden in der österreichischen Hauptstadt rund 300 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme gezeigt, allerdings steht auf der Viennale nicht der Wettbewerb im Vordergrund, sondern wirklich die Materie, so dass sich der Starauflauf dementsprechend in Grenzen hält. Zwar gibt es nach zwei Wochen den Wiener Filmpreis, aber den auch nur für einen österreichischen Film, der bereits vor der jeweiligen Viennale in der Öffentlichkeit zu sehen war.

Als Entrée gibt’s gleich den Cannes-Gewinner „Entre les murs“ von Laurent Cantet über den Alltag einer Schule in einem französischen Problemviertel, den Abschluss bildet der israelische Trickfilm „Waltz With Bashir“, der aus der Sicht des Regisseurs und damaligen Soldaten Ari Folman von dem Massaker von Sabra und Schatila erzählt.

Im Hauptprogramm ist ein Schwerpunkt unter anderem auf Musik-Legende Bob Dylan und seiner Beziehung zum Film gesetzt, so dass es nicht nur Streifen, die sich mit seinem Leben auseinandersetzten wie beispielsweise „Masked & Anonymous“ aus dem Jahre 2003 gezeigt werden, sondern auch Arbeiten vom Altmeister selbst wie „Renaldo & Clara“ von 1978. Natrlich kommt auch der heimische Film auf der Viennale nicht zu kurz. Sämtliche österreichischen Produktionen sind Erstaufführungen, einige sogar Weltpremieren wie der Dokumentarfilm „Lets make money“ von Erwin Wagenhofer.

Ein weiteres Tribute gilt dem deutschen Filmemacher Werner Schröter, der erst kürzlich mit seinen neusten Film „Diese Nacht“ (Nuit de Chien) in Venedig für Aufsehen gesorgt hat. Auch „The Wrestler“ vom New Yorker Regisseur Darren Aronofsky über einen alternden Show-Ringer, gespielt von Mickey Rourke, wird dem Wiener Publikum nicht vorenthalten. Zudem liegt der Fokus auf dem lateinamerikanischen Kino sowie Porträtfilmen wie beispielsweise über Mike Tyson von James Toback oder der Rocksängerin Patti Smith von Steven Sebring ein Porträt gewidmet. In Wien ist halt der Film der Star.

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7. September 2008

Goldner Löwe für „The Wrestler“

Kategorie: Festivals, Kino — Nic Knatterton @ 11:39

Fast wie eine Autobiografie von Mickey Rourke kommt der FilmThe Wrestler“ des New Yorker Regisseurs Darren Aronofsky daher, der jetzt den Goldenen Löwen in Venedig gewonnen hat. Die Rolle eines alternden Wrestling-Stars ist dem 55-jährigen Mickey Rourke wie auf den Leib geschrieben: Der in die Jahre gekommene Kämpfer will es noch einmal wissen und steigt in den Ring. Auch im richtigen Leben versuchte sich Rourke als Boxer, von 1991 bis 1995 bestritt er sogar acht Kämpfe als Profiboxer, allerdings nicht sehr erfolgreich. Seither ist sein Gesicht nicht nur von den Schlägen sondern auch von zahlreichen und misslungenen Schöhnheits-OPs geprägt. Bekannt und berühmt wurde er in den 80er Jahren durch seine Rollen, in mittlerweile zu Kultfilmen avancierten Streifen wie, “91/2 Wochen”, “Barfly” oder “Angel Heart” und durch seinen exzessiven und zur Gewalt neigenden Lebensstil. So verwundert es auch nicht, dass er gerne Personen mit einem ausgeprägten Hang zur Selbstzerstörung verkörpert.

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Auch in „The Wrestler“ ist das der Fall: Randy “The Ram” Robinson ist ein abgewrackten Ex-Star, keinen Boxer zwar, aber doch einen Wrestler, der in die Jahre gekommen ist, aber nichts anderes gelernt hat. Nach einer Bypass-Operation muss er nach Alternativen suchen – und findet sich in einem Supermarkt hinter der Fleischtheke wieder. Da das nun überhaupt nicht seine Sache ist, versucht er sein Comeback im Ring, wo neben dem psychischen auch der physische Schmerz hinzukommt: er wird geschlagen, getreten und mit Glasscherben und Stacheldraht traktiert. Die Jury war so begeistert, dass sie Mickey Rourke sogar die „Coppa Volpi“ für den besten Darsteller verliehen hätte, aber Schauspielerauszeichnungen dürfen in Venedig nun mal nicht mit anderen Hauptpreisen kombiniert werden. Naja, dann halt gleich den Oscar für Mickey!

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31. August 2008

Fantasy Filmfest

Kategorie: Festivals, Kino — Nic Knatterton @ 12:20

Freunde des gepflegten Grusel- und Horrorkinos kommen auf dem Fantasy Filmfest voll auf ihre Kosten. Was 1987 in Hamburg als Geheimtipp für Insider begann, ist inzwischen zu einem populären nationalen Event gewachsen und gilt heute als eines der größten und renommiertesten Genre Festivals weltweit.
Jeden Sommer tourt das Fantasy Filmfest unter Leitung von Gründer Rainer Stefan durch mittlerweile 8 deutsche Städte und hat rund 80 Spielfilme im Programm. Den Anfang machen immer Berlin und Hamburg, gefolgt von Dortmund und Köln, dann Frankfurt und Nürnberg, sowie abschließend in München und Stuttgart.

Wie der Name schon sagt, werden hauptsächlich Filme aus dem Bereich des fantastischen Films gezeigt, aber auch Thriller, Horror und Science Fiction sind im Programm zu finden, wie schwarze Komödien und Animation. Neben dem Hauptprogramm (Official Selection), den Mitternachts Screenings (Midnight Madness) und einer jährlichen Auswahl der besten Kurzfilme (Get Shorty) gilt die Reihe Focus Asia (pan-asiatische Genre Highlights) als Highlight. In München startet das Festival am 2. September.

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24. August 2008

Filmfestival am Lido

Kategorie: Festivals, Kino — Nic Knatterton @ 12:48

Vom 27. August bis 6. September schaut die internationale Filmwelt nach Venedig, wenn dort zum 65. Mal das Filmfestival stattfindet und insgesamt 21 Filme ins Rennen um den Goldenen Löwen gehen .

Gleich zur Eröffnung, aber außerhalb des Wettbewerbs, erwartet die Zuschauer ein Hollywood-Leckerbissen von den Regisseur-Brüdern Joel und Ethan Coen. In „Burn After Reading“, eine Farce über die Memoiren eines CIA-Agenten sind neben Brad Pitt, George Clooney und John Malkovich auch Tilda Swinton und Frances McDormand zu sehen.

Ein deutscher Film darf sich zumindest Hoffnungen auf den Löwen machen. Der „Berliner Schule“-Filmemacher Christian Petzold präsentiert mit „Jerichow“ eine Dreiecksgeschichte in der ostdeutschen Provinz mit Nina Hoss, Benno Fürmann und Hilmi Sözer. Doch die Konkurrenz dürfte hart werden: Aus den USA kommen fünf Filme, darunter die neue Produktion von Kathryn Bigelow („Strange Days“), die mit „Hurt Locker“ ein Irak-Kriegsdrama mit Guy Pearce und Ralph Fiennes gedreht hat. Darren Aronofsky kommt mit seinem Film „The Wrestler“ nach Venedig, in dem Mickey Rourke einen eigentlich schon pensionierten Wrestling-Profi spielt, der es noch einmal wissen will. Jonathan Demme („Das Schweigen der Lämmer“) zeigt mit „Rachel Getting Married“ das Drama einer trunksüchtigen jungen Frau (Anne Hathaway), die unverhofft auf der Hochzeit ihrer Schwester (Rosemarie DeWitt) auftaucht. „Babel“-Autor Guillermo Arriaga ist mit seiner Mutter-Tochter-Geschichte „The Burning Plain“ im Wettbewerb vertreten, die Hauptrollen spielen Kim Basinger und Charlize Theron. Gleich drei japanische Beiträge sind im Wettbewerb vertreten, darunter Takeshi Kitanos „Achilles to kame“ („Achilles and the Tortoise“) und „The Sky Crawlers“ von Mamoru Oshii

Neben „Jerichow“, der im Januar nächsten Jahres im Kino anlaufen soll, ist Deutschland mit drei internationalen Koproduktionen vertreten: „Süt“ von Semih Kaplanoglu (Türkei/Frankreich/Deutschland), „Nuit de Chien“ von Werner Schroeter (Frankreich/Deutschland/Portugal) und „Teza2 von Haile Gerima (Äthiopien/Deutschland/Frankreich).

Geleitet wird die siebenköpfige Festivaljury vom deutschen Star-Regisseur Wim Wenders, der 2004 mit „Land of Plenty“ als bisher letzte deutsche Produktion im Wettbewerb von Venedig vertreten war.

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6. August 2008

Leopardenjagd in Locarno

Kategorie: Festivals, Kino — Nic Knatterton @ 17:45

Mit der Literaturverfilmung „Brideshead Revisited“ von Julian Jarrold nach Evelyn Waughs berühmtem Roman eröffnet heute das 61. Filmfestival Locarno. Das in zwölf Sektionen unterteilte Programm umfasst in diesem Jahr rund 400 Lang- und Kurzfilme. Um die Bedeutung des Festivals zu heben, liegt der Fokus auch in diesem Jahr auf einer zeitgemäßen Auseinandersetzung mit den Themen Natur und Mensch und Ökologie.

Insgesamt laufen 18 Filme im Wettbewerb. Mit deutscher Beteiligung werden dort „33 Szenen aus dem Leben“ (Polen/ Deutschland), „Yuris Tag“ (Russland/ Deutschland), „Dioses“ (Peru/ Argentinien/Frankreich/ Deutschland), „Sonbahar“ (Türkei/ Deutschland) und „The Market - a Tale of Trade“ (Deutschland/ England/ Türkei/ Kasachstan) gezeigt. Abseits des Internationalen Wettbewerbs auf der Piazza Grande, der berühmten Freiluftbühne, die Platz für etwa 8.000 Zuschauer bietet, werden unter anderem das Bergsteigerdrama „Nordwand“ von Philip Stölzl und „Berlin Calling“ von Hannes Stöhr Premiere feiern.

piazza-grande

Pauschalurlaub

Den Ehrenleopard 2008 bekommt der israelischen Filmemacher Amos Gitai. Mit einer Retrospektive geehrt werden außerdem der italienische Regisseur Nanni Moretti, sowie der kürzliche verstorbene Regisseur Youssef Chahine, dem ein Sonder-Screening seines Films „Al Massir“ gewidmet ist.

Das 61. Internationale Filmfestival Locarno feiert am 16. August mit der Preisverleihung und dem isländischen Film „Back Soon” von Solveig Anspach seinen Abschluss. Ob viele im Leo-Look erscheinen werden ist fraglich.

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