14. November 2008

Surrealismus und Fotografie

Kategorie: Literatur, Surrealismus — Nic Knatterton @ 13:27

Als die Surrealisten sich in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts mit den Medien Film und Fotografie zu beschäftigen begannen, war die Forografie fast genau 100 Jahre alt. Seit 1825 hatten Erfinder wie Niecephore Nièpce, Daguerre oder Fox Talbot die Fotografie vielfältig nutzbar und einsetzbar gemacht. (weiterlesen…)

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5. September 2008

„Nadja“ von André Breton

Kategorie: Literatur, Surrealismus — Dr. Marcuse @ 16:30

Die Erzählung „Nadja“ aus dem Jahre 1928 von André Breton, dem Meisterdenker der Surrealisten, handelt von einer Begegnung mit einer jungen gleichnamigen Frau. Der Autor begegnet ihr im Oktober 1926 als Flaneur in der Nähe der Pariser Oper und so fasziniert von ihr, dass er sie anspricht. Die kurze, aber intensive Bekanntschaft bringt aber seltsame Ereignisse mit sich.

Nadja verfügt über eine erstaunliche Gabe: sie sagt Ereignisse voraus, die dann auch wirklich eintreten und der Zufall bring die beiden irgendwie immer wieder zusammen. Wenn sie dann gemeinsam durch die Straßen von Paris ziehen, begegnen sie immer wieder den gleichen Zeichen und Symbolen, Nadja spricht Gedanken aus, die Breton gerade denkt oder zitiert Metaphern, die er gerade in einem Buch gelesen hat, ohne diese kennen zu können. So plötzlich die Frau aufgetaucht ist, verschwindet sie auch wieder. Erst später erfährt er, dass sie in eine Irrenanstalt eingeliefert worden ist.

Die Begegnung der beiden hat wirklich stattgefunden und Breton hat dieses Ereignis ganz nach seinen eigenen Forderungen im „Surrealistischen Manifest“ umgesetzt. So ist der Stil kein erzählerischer, sondern fast protokollarisch, die Bekanntschaft wird in Tagebuchform geschildert und Begebenheiten werden durch Assoziationen geschildert. Nadja besitzt das, wonach der Surrealismus strebt: ein Geist der nicht den Regeln des Rationalismus unterworfen ist, geleitet von ihrer Intuition, verkörpert sie das surrealistische Ideal.

Zum experimentellen Charakter von „Nadja“ gehören zahlreiche Fotografien, die Breton in den Text eingestreut hat. Sie zeigen hauptsächlich die Schauplätze der Begegnung mit der Titelfigur, aber auch kuriose Objekte und Personen, die im Text erwähnt werden.

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16. August 2008

Psychopathologie und Surrealismus

Kategorie: Literatur, Surrealismus — Dr. Marcuse @ 13:48

Neben der Beschäftigung mit dem Unterbewussten und dem Traumhaften hatten die Surrealisten auch eine ausgeprägte Neigung zur Psychopathologie. Schon André Breton beschäftig sich 1928 in seinem Roman Nadja mit der Frage wo fängt Wahn an und artikuliert seine Kritik an der Ausgrenzung des Wahns aus der Gesellschaft. „Da es bekanntlich zwischen dem Nicht-Wahnsinn und dem Wahnsinn keine Grenze gibt, bin ich geneigt, den Wahrnehmungen und Ideen des einen oder des anderen Zustandes einen ungleichen Wert zuzubilligen“ (Andre Breton, „Nadja“). In L`immaculée conception (Die unbefleckte Empfängnis) aus dem Jahr 1930 unternehmen Breton und Paul Eluard einen sprachlichen „Simulationsversuch“ über fünf Fälle der „Besessenheit“. (weiterlesen…)

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10. August 2008

Gala und Eluard

Kategorie: Literatur, Surrealismus — Dr. Marcuse @ 13:44

Viele Geheimnisse ranken sich um Helene Dimitriewa Diakonow, die wohl bekannteste Muse des 20ten Jahrhunderts. Allein was ihr Geburtsjahr betrifft, hat sich die Russin nie eindeutig geäußert; sicher ist nur, dass sie das Licht der Welt zwischen 1893 und 1895 in Kasan an der Wolga erblickt hat. Als sie das Elternhaus 1912 verließ, gab sie sich selbst diesen auch in Russland unüblichen Vornamen. Die Mythenbildung um ihre Person hat sie selbst in Fahrt gebracht, indem sie sich nie explizit über ihr Leben geäußert hat. (weiterlesen…)

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2. August 2008

Literaturästhetische Aspekte des Surrealismus

Kategorie: Literatur, Surrealismus — Dr. Marcuse @ 13:01

André Breton formulierte 1924 im ersten Manifest des Surrealismus erstmals die ästhetischen Grundlinien des Surrealismus, wobei er sich fast ausschließlich auf die Literatur beschränkt. Die wichtigsten Schlagworte sind das Wunderbare, der Traum, der Wahnsinn und die Halluzination. Was der Surrealisten Chef kritisierte, ist die Unterwerfung der Imagination unter die Gesetze der Vernunft nach Maßstäben der Realität und des Materialismus. Erst mit der Entdeckung bzw. detaillierten Forschungsergebnissen im Bereich des Unbewussten und des Traumes von Seiten Freuds, sah Breton die Möglichkeit der Imagination auch im Zustand des Bewusstseins einen gleichwertigen Rang zukommen zu lassen, was seiner Meinung nach bisher vernachlässigt wurde. In Verbindung mit Freuds Psychoanalyse erhofften sich die Surrealisten eine Erweiterung der Erkenntnisform, wobei die Deutung des Unbewussten eher im Hintergrund stand. Wichtig war es, neue Methoden zu finden, das Unterbewusste zu tage zu fördern, um so neue Möglichkeiten auf dem Gebiet des Ausdrucks zu erzeugen.

Ein Mittel dafür, sah Breton in der Methode der Ecriture automatique (automatisches Schreiben). Sie wird als Möglichkeit zur Befreiung kreativer Möglichkeiten angesehen. Der Widerspruch zwischen, angeblicher Abwesenheit einer verstandesmäßigen Kontrolle einerseits und literarischer Praxis des Automatismus andererseits ergibt, kann aufgelöst werden, indem das spielerische Moment dieser Methode bewusst eingesetzt wird. Selbst im Zustand der äußersten Passivität bleibt das Denken immer auf etwas gerichtet, was allein die Tatsache, dass der automatische Text die syntaktischen und grammatischen Regeln nicht verletzt, bezeugt. Für Breton scheint das Interesse auf solchen poetischen Bildern zu liegen, die durch eine alogische Verknüpfung von Worten zustande kommen können. Wichtig für ihn ist also die Wirkung der Bilder, nicht die Ursache, wobei Breton den Begriff des Bildes sowohl für die sprachliche als auch für die visuelle Bilder gebraucht.

Das stärkste Bild, muß ich gestehen, ist für mich das, das von einem höchsten Grad an Willkür gekennzeichnet ist; für das man am längsten braucht, um es in die Alltagssprache zu übersetzen, sei es, daß es einen besonders hohen Grad an offenkundiger Widersprüchlichkeit aufweist, sei es, daß einer der Ausdrücke merkwürdig verborgen bleibt… (Erstes Manifest des Surrealismus)

Da für die Surrealisten festgelegte Begriffe, Wort und Dinge nicht mehr glaubwürdig erschienen, wurden ihr Inhalt und Funktion in Frage gestellt und sollten neuen Maßstäben gehorchen, indem die Elemente aus ihrem gewöhnlichen Zusammenhang isoliert und in einem neuen Kontext arrangiert wurden.

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18. Juli 2008

Vom Dadaismus zum Surrealismus

Kategorie: Literatur, Surrealismus — Dr. Marcuse @ 11:57

Wahrscheinlich hat Philippe Souplaut oder André Breton 1919, das ist nicht eindeutig geklärt, in Paris Tristan Tzaras Zeitschrift DADA 3 entdeckt, die das DADA Manifest von 1918 enthielt und Breton bewegte, sofort Kontakt zu Tzara aufzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt existierte die DADA-Bewegung in Zürich bereits drei Jahre, deren Beginn die Gründung des „Cabaret Voltaire“, durch Hugo Ball und Emmy Hennings markiert.

Ab Anfang 1920 begann die DADA-Bewegung auf Paris Einfluss zu nehmen, was besonders durch die Umsiedlung Tzaras nach Paris vorangetrieben wurde, wo es zu einer Zusammenarbeit zwischen Breton und Tzara kam. Breton, Aragon und Souplaut gründeten im März 1919 die Zeitschrift Littérature. Die Entwicklung der Surrealistengruppe um Breton, die Pariser DADA-Bewegung, ihr Zerfall und Ende, spiegelt sich im Rahmen der ersten Folge mit zwanzig Ausgaben in der Zeit zwischen März 1919 und August 1921. In der zweiten Folge, die mit dreizehn Ausgaben ab März 1922 bis Juni 1924 erschien, nehmen inhaltlich die Auseinandersetzung mit dem Traum und der Hypnose, sowie deren literarische Umsetzung mehr Platz ein.
Gemeinsames Ziel von Breton und Tzara, deren Sprachrohr vor allem diese Zeitschriften waren, umfasste den Widerstand gegen die offiziellen Kulturinstitutionen, vor allem die, von der bürgerlichen Gesellschaft sanktionierte offizielle Literatur und Kunst und deren Vertreter, außerdem die Künstler, die sich in den Dienst des Staates stellten, insbesondere jene, die den Krieg und seine Folgen verherrlichten, und schließlich die Konsumenten dieser Kunst und Literatur. Dieser Widerstand artikuliert sich praktisch in den zahlreichen Matineen und Veranstaltungen, in denen es darum ging, den Kunstbegriff an sich zu negieren. Hauptangriffsziel war das Medium der Poesie, die Sprache. Der Sinn der Worte wird durch bewusst formulierte Widersprüche, die nicht mehr dem Gesetz der Logik unterliegen, Mittelpunkt der ironischen Angriffe.

Ein weiterer Aspekt in der Ästhetik der Dadaisten ist der Begriff des Schönen. Die Realität wird zum Kriterium für Kunst, nicht der Geschmack. Realität ist das, was objektiv und konkret ist, nicht das, wofür das Individuum es hält. Als prominentestes Beispiel für diese Umwertung steht das Collagebild, in dem Objekte ohne Veränderung ihrer ursprünglichen Gestalt aus ihrem Gebrauchskontext herausgenommen werden, um durch Integration ins Bild, eine neue Funktion einzunehmen.

Finden sich in der dadaistischen Kunstpraxis ausschließlich anti-künstlerische Bestrebungen, so werden diese im Surrealismus gerade durch den konstruktiven Aspekt weitgehend aufgegeben, was sich auch schon durch den „sanften“ Manifestationscharakter des Surrealismus bemerkbar macht. Beide, Tzara und Breton, wenden sich gegen die Logik, nur mit dem Unterschied, dass Tzara die Logik überhaupt negiert, Breton dagegen sich nur gegen die Vorherrschaft der Logik wendet.

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5. Juli 2008

Wortschöpfung “Surrealismus”

Kategorie: Literatur, Surrealismus — Dr. Marcuse @ 12:11

Einer breiten Masse bekannt, ist der Surrealismus durch die bildende Kunst, die ausschlaggebenden Impulse allerdings gehen von der Literatur aus. Erstmals verwendet Guillaume Appolinaire 1917 den Ausdruck “surrealistisch”, um zwei Bühnenereignisse zu charakterisieren, die damals Premiere hatten. Bei dem ersten handelt es sich um Jean Cocteaus Ballett Parade, für das Eric Satie die Musik geschrieben und Picasso die Kostüme und den Vorhang gestaltet hatte. Das zweite war sein eigenes Stück Les Mamselles de Tirésias, das den Untertitel „surrealistisches Drama“ trägt. Darüber hinaus hat Appolinaire in einem Vorwort zu der 1918 erschienenen Ausgabe seines Dramas eine genauere Erläuterung des Begriffs gegeben. Appolinaire versteht darunter nicht einen Begriff mit symbolischer Bedeutung, sondern eine Kunstrichtung, die statt bloßer Nachahmung der Wirklichkeit, vielmehr das Wesen der Wirklichkeit selbst zum Ziel hat. Der elsässische Dichter Yvan Goll hat dann das von Appolinaire geprägte Adjektiv “surrealistisch” im Zusammenhang mit seinem Essay-Band “Die drei guten Geister Frankreichs” von 1918 mit dem Begriff Überrealismus ins Deutsche übertragen und wenig später in einer Rückübersetzung als „Surrealisme“, im Sinne einer Stilbezeichnung ins Französische eingeführt. In der einzigen Ausgabe, der von Goll herausgegebenen Zeitschrift mit dem Titel „Surréalisme“, wurde 1924 ein „Manifest des Surrealismus“ veröffentlicht, der Surrealismus als einen Stil bestimmt, „…der sich die künstlerische Formulierung der Wirklichkeit zur Aufgabe stellt.“

Eine endgültige Definition liefert André Breton im ersten surrealistischen Manifest, ebenfalls aus dem Jahre 1924 und spezifiziert den Begriff, indem er ihn in Zusammenhang mit den Schlüsselworten „psychischer Automatismus“ und „Traumzustand“ bringt. Hier findet sich dann die zentrale, fast lexikalische Definition des Surrealismus:
Surrealismus. Subst., m. – Reiner psychischer Automatismus. durch den man mündlich oder schriftlich oder auf jede andere Weise den wirklichen Ablauf des Denkens auszudrücken sucht. Denk-Diktat ohne jede Kontrolle durch die Vernunft. jenseits jeder ästhetischen oder ethischen Überlegung.
Enzyklopädie. Philosophie. Der Surrealismus beruht auf dem Glauben an die höhere Wirklichkeit gewisser. bis dahin vernachlässigter Assoziationsformen. an die Allmacht des Traumes. an das zweckfreie Spiel des Denkens. Er zielt auf die endgültige Zerstörung aller anderen psychologischen Mechanismen und will sich zur Lösung der hauptsächlichen Lebensprobleme an ihre Stelle setzen.

Surrealismus bedeutet somit für Breton zum einen, ein poetisches Verfahren, zum anderen eine Lebenshaltung, die ein umfassenderes Wirklichkeitsverständnis fordert. Die Kunst kann also ein Gegenmittel für die unterdrückten Fähigkeiten, speziell der Imagination, bilden.

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