Catharina Elisabeth Goethe, Mutter des großen deutschen Dichterfürsten, war gar keine so fleißige und gewissenhafte Hausfrau, wie es ihr die Biografen nach ihrem Ableben andichteten. Das zumindest zeigt eine Ausstellung im Frankfurter Goethe-Haus zu ihrem 200. Todestag am 13. September 2008.
Die Ausstellung teilt sich in zwei Bereiche: einen, der der Chronologie ihres Lebens folgt, und einen, der sich mit dem Nachleben und der Rezeption beschäftigt. Catharina Elisabeth Textor wurde 1731 in Frankfurt am Main geboren. Mit 17 heiratete sie Johann Caspar Goethe, der bei der Trauung Ende 30 und damit ein Jahr älter war als ihre eigene Mutter. 1749 kam Catharinas erstgeborener Sohn Johann Wolfgang zur Welt. Auf ihn folgten sieben weitere Geburten in elf Jahren, von denen allerdings nur zwei überlebten.
Lange Zeit wurde Goethes Mutter „von der Nachwelt zum Ideal der deutschen Hausfrau stilisiert“, so Doris Hopp, Kuratorin des biografischen Teils der Ausstellung. „Doch das beruht auf dem Wunschdenken ihrer Biografen.“ Die Haushaltsbücher beweisen das Gegenteil: Catharina Elisabeth war eine Frau, die sich mit Finanzanlagen und Geldgeschäften auskannte, ja sogar eine Art privates Bankhaus betrieb. Der Haushalt hingegen war ihr lästig, und in der Küche fand sie sich nicht zurecht. Dafür war Mama Goethe eine begeisterte Musikerin, eine passionierte Leserin und Theaterbesucherin, vor allem aber eine begnadete Erzählerin.
Die Ausstellung „Catharina Elisabeth Goethe“ ist vom 28. August bis 31. Dezember 2008 im Frankfurter Goethe-Haus & Museum zu sehen.