Den Versuch weibliche Klischees und Stereotypen über Bord zu werfen, unternimmt aktuell die Fotoausstellung „Female Trouble“ in der Münchner Pinakothek der Moderne. Sie versammelt fotografische Arbeiten von Künstlerinnen aus den vergangenen 150 Jahren, die sich mit dem Bild des Weiblichen und seiner Konstruiertheit beschäftigen. Im Fokus stehen zeitgenössische Künstlerinnen wie Cindy Sherman, Sarah Lucas und Pipilotti Rist, die mit Hilfe von Fotografie und Videokunst das Bild des Weiblichen untersuchen, es dekonstruieren und neu bestimmen. Zugleich aber spannt die Ausstellung den Bogen ins 19. und frühe 20. Jahrhundert, wo Frauen wie die Gräfin Castiglione oder die Künstlerinnen Claude Cahun und Florence Henri die Fotografie als Mittel der (Selbst)Inszenierung und -befragung entdeckt haben. Durch die Erfindung der Fotografie vor 170 Jahren hatten die vom Kunstbetrieb ausgeschlossenen Frauen endlich eine eigene Möglichkeit sich künstlerisch zu betätigen. Die Ausstellung folgt dem Wandel der Weiblichkeit anhand von Fotografie und Videokunst auf eine humorvolle, ironische und provozierende Art und Weise, die zeigt, was die Frauen bis heute erreicht haben.
Female Trouble. Fotografien.
18. Juli bis 26.Oktober
Pinakothek der Moderne