30. Oktober 2008

Botero – Geboren in Medellin

Kategorie: Biopics, Kino — Nic Knatterton @ 12:09

Seine Bilder und Figuren tragen eine ganz eigene, unverkennbare Handschrift. Immer tummeln sich dicke, üppige Frauen und Männer mit viel zu kleinen Köpfen auf den Gemälden von Fernando Botero. Der kolumbianische Maler und Bildhauer hatte zwar zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn nicht sofort den von ihm erwünschten Erfolg, aber mittlerweile ist er in aus der europäischen Kunstszene nicht mehr weg zu denken. Jetzt hat Filmemacher Peter Schamoni, der schon mit Künstlerbiografien von Max Ernst, Niki de Saint Phalle und Friedensreich Hundertwasser erfolgreich war, auch Botero zum 75. Geburtstag ein filmisches Werk gewidmet.

Filmplakat Botero 
Foto: Concorde

Schamoni wirft einen Blick auf das Leben des Künstlers und seinen beruflichen Werdegang, den bewegten Weg aus ärmlichen Verhältnissen in Medellin, der einstigen Hochburg des kolumbianischen Drogenkartells, zur gefeierten Ikone eines ganz eigenen Stils. Schon mit zwölf Jahren begann Botero zu malen, mit 16 beteiligte er sich bereits an einer Ausstellung in seiner Heimatstadt. Der junge Künstler geht nach New York, kann sich jedoch gegen die damals herrschende Vormachtsstellung der abstrakten Malerei nicht durchsetzen. Nach neun Jahren hat er noch immer keine Galerie gefunden, die sich für seine figurative Malerei interessiert. Doch der Erfolg kommt - in Deutschland. Die Galerie Buchholz in München entdeckt und verkauft seine Bilder, fünf große Ausstellungen machen ihn bekannt. Nachdem er die Kunstszene Europas erobert hat, gelingt ihm auch in Amerika der Durchbruch und bald findet seine ausgefallene Ästhetik des Voluminösen zahlreiche Bewunderer auf der ganzen Welt.

Schamoni zeigt, dass sich hinter der auf den ersten Eindruck naiven Malerei ernste Themen verbergen, wie sie beispielsweise im Abu Ghraib Zyklus verarbeitet sind. Der Film begleitet den Künstler nicht nur in seine Skulpturen-Werkstatt in der Toskana, und in sein Pariser Maler-Atelier, auch in Kolumbien selbst wurde gedreht. Peter Schamoni, der Botero seit vierzig Jahren kennt, hat ein umfangreiches Künstlerportrait geschaffen, das ab 30.10 auch in den deutschen Kinos zu sehen ist.