26. Dezember 2008

Harold Pinter ist tot

Kategorie: Persönlichkeiten — Nic Knatterton @ 13:58

Er war neben Samuel Beckett der Meister des Absurden Theaters. Harold Pinter, 2005 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, ist nun im Alter von 78 seiner Krankheit erlegen. Seine große Zeit hatte der Brite Ende der 50er und in den 60ern. Mit dem Einakter „Das Zimmer“ und „Die Geburtstagsfeier“ präsentierte der Dramatiker seine zentralen Themen, wie Kommunikationsverlust, Beklemmung und Sinnlosigkeit. Der große Durchbruch kam 1960 mit dem Dreipersonenstück „Der Hausmeister“, in dem ein Landstreicher versucht, zwei ungleiche Brüder gegeneinander auszuspielen, die sich schließlich gegen ihn verbünden. Es folgten drei Jahrzehnte, in denen er 29 Bühnenstücke und 24 Drehbücher verfasst hat.

Pinter wuchs im proletarischen Londoner East End als Sohn eines jüdischen Schneiders auf. Sein Weg von den Schauspieler-Lehrjahren in einer Wandertruppe bis zum erfolgreichen Autor mit Society-Gattin in zweiter Ehe machte ihn zu einer der schillernden Figuren seiner Autorengeneration. Aber trotz der großen Erfolge ist Pinter immer am Boden geblieben, im Gegenteil, er wandelte er sich im fortgeschrittenen Alter zum politisch engagierten Kritiker. 1985 reiste er mit dem amerikanischen Dramatiker Arthur Miller in die Türkei und führte Gespräche mit verfolgten Autoren und protestierte gegen die Nato-Bombardierung Serbiens. Die Sammlung von Anti-Kriegsgedichten mit dem Titel „War“ entstand 2003 als Reaktion auf den Irak-Krieg. In aller Öffentlichkeit nannte Pinter George Bush und den früheren britischen Premierminister Tony Blair als Kriegsverbrecher. Ruhe in Frieden Harold.

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