„Schmetterling und Taucherglocke“, das ist der poetische Titel des letzten Julian Schnabel Films, nach den gleichnamigen Erinnerungen des französischen Journalisten, Autor und Elle-Chefredakteur Jean-Dominique Bauby (Mathieu Amalric). Nach einem Schlaganfall völlig gelähmt, kann der ehemalige Frauenheld und Dandy sich nur noch mittels Zwinkern seines linken Auges mit der Außenwelt verständigen. Eingeschlossen in die Hülle seines Körpers – medizinisch „Locked-in-Syndrom“ genannt - sind ihm einzig seine Phantasie und seine Erinnerungen geblieben, dank derer er sich emporschwingt wie ein Schmetterling. Zusammen mit seiner Therapeutin beginnt Bauby mit Hilfe des auf einer Karte fixierte Alphabets und seinem blinzelnden Auge Buchstabe für Buchstabe sein Leben auf zu schreiben. Das Buch erscheint im Frühling 1997 in Frankreich und wird umgehend ein Bestseller. Bauby stirbt wenige Tage nach der Veröffentlichung.
Keine leichte Kinokost, aber der bewegende und bildgewaltige Film, wurde bereits 2007 in Cannes mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet, vor kurzem erst mit dem Golden Globe prämiert und war für vier Oscars nominiert.
Und es gehört schon Mut dazu einen Film über einen Menschen zu drehen, dessen Wahrnehmung auf den Seh- und Hörsinn reduziert ist. Aber Schnabel, dessen Hauptmetier eigentlich die Malerei ist, löst dieses „Dilemma“ grandios: Das Geschehen der ersten halben Stunde sieht der Zuschauer ausschließlich durch das linke Auge des Paralysierten. Neben der subjektiven Kamera, lässt einen zudem der innere Monolog die Welt aus der Perspektive Baubys wahrnehmen. Über sein Leben, seine Erinnerungen und Träume erzählen die, in tollen Bildern gedrehten Rückblenden. Ein wirklich sehenswerter Film über die Macht der Gedanken.
