Eigentlich erzählt uns Benedetta Craveri nichts, was wir nicht eh schon wussten: dass ein mächtiger Mann ohne Frau an der Seite nur halb so mächtig ist. Aber Craveri widmet sich in ihrem neuen Buch “Königinnen und Mätressen. Die Macht der Frauen“ keinen Persönlichkeiten des aktuellen Zeitgeschehens, sondern den Damen des französischen Königshofes von Katharina de Medici bis Marie Antoinette.
Ausgangspunkt ihrer umfangreichen Studie über den Einfluss der royalen Gefährtinnen ist die ungesicherte Stellung der Frauen zwischen dem 16. Jahrhundert und der französischen Revolution. Dabei entstehen ganz unterschiedliche, äußerst lesenswerte Portraits. Da sind zum einen die Gattinnen, geehelicht aus Gründen der Staatsräson: Katharina von Medici, Königin Margot, Maria von Medici, Marie Antoinette; und auf der anderen Seite die Maitressen: Diane de Poitiers, die drei Schwestern Mailly, Madame de Maintenon und Madame du Barry, die nicht minder Einfluss auf die Geschicke des Landes nahmen. Vom verführerischen Vamp über die kluge, weitsichtige Dame von Welt bis hin zur machtgierigen Intrigantin sind hier alle Spielarten des weiblichen Einfallsreichtums zu entdecken.
