Auch wenn die BayernLB finanziell in der Krise steckt, kulturell ist momentan in der Galerie einiges geboten. Seit 12. Dezember sind dort nämlich Werke des schwedische Künstler Olaf Gulbransson (1873-1958) ausgestellt, der fest mit Bayern verbunden ist. Neben den Leihgaben des Olaf-Gulbransson-Museums für Graphik und Karikatur in Tegernsee werden auch Werke aus Privatbesitz gezeigt, die der Öffentlichkeit nur selten zugänglich sind. Die Ausstellung gibt einen Einblick in das vielseitige OEuvre des Schweden. Dazu gehören seine in Öl gemalten Porträts, Landschaften und die großen Plakate, die er für Firmenwerbung, Theater und Faschingsfeste entworfen hatte. Internationale Bekanntheit erlangte er mit seinen Zeichnungen für die satirische Wochenzeitschrift Simplicissimus, bei der er 1902 als Karikaturist arbeitete. Gulbranssons Stil ist durch eine klare Linienführung bestimmt, die sich auf das Wesentliche konzentriert.
Dazu gehören die detailgetreuen Zeichnungen von Thomas Theodor Heine ebenso wie die romantisch ausgearbeiteten Karikaturen des Ferdinand von Reznicek, die collagenähnlichen Bilder von Karl Arnold oder die grafische Handschrift von Käthe Kollwitz und Heinrich Zille. Die Serie „Berühmte Zeitgenossen“ erschien von 1903-1913 im Simplicissimus in loser Folge und begann mit einer Porträtkarikatur des Malerfürsten Lenbach. Gulbranssons wurde dank seinem Talent die wichtigsten Charakterzüge des Porträtierten rasch zum Star. Die Landschaftsbilder dagegen sind eindeutig von seiner bayerischen Heimat am Tegernsee geprägt, die häufig verschneite Berglandschaften und Panoramen zeigen. Abgerundet wird die Schau, die noch bis 1.März läuft, mit Briefen und Erinnerungstücken.
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