15. Dezember 2008

„La Zona“

Kategorie: Kino, Literaturverfilmungen — Nic Knatterton @ 13:55

Für drei im Slum von Mexico-City lebenden Jugendlichen ist sie so etwas wie das verbotene Paradies: die anliegende Gated Community, die Reich von Arm abgrenzt. Ein Unwetter, das die Sicherungsanlage lahm legt, macht das Unmögliche möglich und gewährt ihnen Einlass ins gelobte Land. Eine solche Community, im Spanischen „La Zona“ genannt, steht im Mittelpunkt des mexikanischen Spielfilms von Rodrigo Plá, der auf den Filmfestspielen von Venedig 2007 seine Premiere feierte und dort sowie auf zahlreichen weiteren internationalen Filmfestivals ausgezeichnet wurde.

Die Folgen der Grenzüberschreitung sind verheerend. Als Eindringlinge werden die drei rigoros gejagt und verfolgt, allerdings nicht von der Polizei, sondern von den Einwohnern selbst, die Angst um ihren Wohlstand haben. Als beim Einbruch der Jugendlichen in eine Villa eine Frau getötet wird, eskaliert die Situation. Bald ist Miguel (Alan Chávez) auf sich allein gestellt, denn die aufgebrachten Bewohner bringen seine zwei Freunde um. Zunächst findet Miguel Hilfe beim 16-jährigen Alejandro aus der exklusiven Wohnanlage.

Regisseur Rodrigo Pla präsentiert einen beklemmend realistischen Film, über die totale Überwachung und Selbstjustiz einer privilegierten Schicht. Die Handkamera- und Überwachungsvideoaufnahmen verstärken die paranoide Atmosphäre in der vermeintlich wohlbehüteten „Zona“ und offenbaren wie die Einwohner untereinander sich beschuldigen und misstrauen. Die Vorlage zum Film lieferte der utopische Roman von Plá’s Frau, doch angesichts der tatsächlich immer weiter wachsenden „Gated communities“, wie es in Mexico und den USA der Fall ist, scheint der Film wohl eher unter die Kategorie realistisch zu fallen.