Nach Berlin, Locarno und Venedig ist jetzt Wien mit seinem eigenen Filmfest an der Reihe. Vom 17.- bis zum 29. Oktober werden in der österreichischen Hauptstadt rund 300 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme gezeigt, allerdings steht auf der Viennale nicht der Wettbewerb im Vordergrund, sondern wirklich die Materie, so dass sich der Starauflauf dementsprechend in Grenzen hält. Zwar gibt es nach zwei Wochen den Wiener Filmpreis, aber den auch nur für einen österreichischen Film, der bereits vor der jeweiligen Viennale in der Öffentlichkeit zu sehen war.
Als Entrée gibt’s gleich den Cannes-Gewinner „Entre les murs“ von Laurent Cantet über den Alltag einer Schule in einem französischen Problemviertel, den Abschluss bildet der israelische Trickfilm „Waltz With Bashir“, der aus der Sicht des Regisseurs und damaligen Soldaten Ari Folman von dem Massaker von Sabra und Schatila erzählt.
Im Hauptprogramm ist ein Schwerpunkt unter anderem auf Musik-Legende Bob Dylan und seiner Beziehung zum Film gesetzt, so dass es nicht nur Streifen, die sich mit seinem Leben auseinandersetzten wie beispielsweise „Masked & Anonymous“ aus dem Jahre 2003 gezeigt werden, sondern auch Arbeiten vom Altmeister selbst wie „Renaldo & Clara“ von 1978. Natrlich kommt auch der heimische Film auf der Viennale nicht zu kurz. Sämtliche österreichischen Produktionen sind Erstaufführungen, einige sogar Weltpremieren wie der Dokumentarfilm „Lets make money“ von Erwin Wagenhofer.
Ein weiteres Tribute gilt dem deutschen Filmemacher Werner Schröter, der erst kürzlich mit seinen neusten Film „Diese Nacht“ (Nuit de Chien) in Venedig für Aufsehen gesorgt hat. Auch „The Wrestler“ vom New Yorker Regisseur Darren Aronofsky über einen alternden Show-Ringer, gespielt von Mickey Rourke, wird dem Wiener Publikum nicht vorenthalten. Zudem liegt der Fokus auf dem lateinamerikanischen Kino sowie Porträtfilmen wie beispielsweise über Mike Tyson von James Toback oder der Rocksängerin Patti Smith von Steven Sebring ein Porträt gewidmet. In Wien ist halt der Film der Star.