13. Oktober 2008

Buchpreis für Uwe Tellkamp

Kategorie: Kultur und Lifestyle Allgemein — Nic Knatterton @ 09:30

Irgendwie kommt selbst die Jury des Deutschen Buchpreises an der DDR nicht vorbei und so hat logischerweise Uwe Tellkamp mit seinem Roman „Der Turm“ über die letzten sieben Jahre vor dem Mauerfall das Rennen gemacht. Auf fast tausend Seiten erzählt das Buch über die Bewohner des „Turms“, einem über der Stadt liegenden, privilegierten Stadtteil Dresdens und wie diese in Vergangenheit schwelgen ohne zu bemerken, dass da was Neues im Anmarsch ist. Hier in den Villen hoch über der Stadt haben sich Intellektuelle, Chirurgen, Verlagslektoren, Direktoren und Rechtsanwälte ihre Insel der Glückseligkeit geschaffen und versuchen ihre vorsozialistisches Bildungsbürgerleben und sozialistische Konformität in Einklang zu bringen. Ich selbst habe den Roman noch nicht gelesen (weiß auch noch nicht ob ich das machen werde), aber an die tausend Seiten schrecken mich erst einmal ab. Noch dazu soll das ganze in einem geradezu gekünstelten, absichtlich verschachtelten und in die Länge gezogenen Stil geschrieben sein. Na ja, wenn’s wenigstens zur Vergangenheitsbewältigung beiträgt.